Bodensee: Erleben und Geniessen

Bodensee-Wochenende / Schnuppersegeln

 Erleben und Geniessen

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Alle Bilder … www.sclf.de/pics/bosee0610  

Crew: Klaus + Traudel Hedrich, Clemens Breitenbach, Gudrun + Raimond Herrmann

Boot: Bavaria 35, ab Ultramarin/Gohren. Angelaufen: Rheinspitz, Marina Rheinsberg, Alter Rhein, Bregenz, Horn. Gesegelt ca. 36 sm,  Motor ca. 12  sm    

Am  Freitag gegen 11.00 Uhr ging es in Wörth los, wir bestiegen einen Vito. Eine kurze Rast in Balingen verbunden mit einem kleinen Imbiss und weiter ging es Richtung Kressbronn/Gohren.

Quasi statt über die Autobahn quer über die Alp - nach dem Motto der Weg ist das Ziel.

Hier ein kleiner Bericht:  

In einer der grössten Marinas (Ultramarin)  übernahmen wir gegen 16.30 unser Schiff, eine Bavaria 35 und bezogen unser Kojen. Ein Check des Schiffes und der Sicherheitseinrichtungen, gefolgt von einer kleinen aber selbst schnell erledigten Reparatur der Großschot-Klemme und schon ging es los.

Wir legten unter Segel Kurs “Rheinspitz”.  Ein schwacher aber stetiger Wind bei angenehmen Temperaturen brachte uns hinüber in die Schweiz. In der neuen Marina Rheinsberg legten wir an und beschlossen dort auch die Nacht zu verbringen. 

Die Einrichtungen sind modern und grosszügig und das Restraurant bot bei kleiner Auswahl doch das eine gute Küche.

Langsam ging dann die Sonne unter und wir unter Deck.  

Samstag:  

Am Vortag hatten wir vergessen, den Spi anzufordern. Deshalb stand auf dem Programm - zurück zur Heimatmarina und Spi abholen. Übrigens ein Topservice des Vercharteres er deponierte den Spi in einem anderen zugänglichem Boot so dass wir terminlich nicht gebunden waren.

Zunächst aber -  nichts geht …  ohne ein gutes, ausgiebiges, reichhaltiges und wohlschmeckendes Frühstück. Klaus hat das erkannt und bei einem Morgenfrühstück gemeinsam mit Traudel im nahen Dorf Brötchen und Brot besorgt.  

 Vor dem abholen des Spi  nutzen wir den hohen Wasserstand um den “Alten Rhein”   hinauf zufahren.  Eine schiffbare Altrheinaue mit einigen kleinen Häfen, Bootshäusern und Natur- Natur und Natur erwartete uns.

Nach fast einer Stunde Fahrt machten wir kehrt und liefen trotz sanften segelbaren Windes unter Maschine über den See um den Spi zu holen. Denn wichtiger als bei schwachen Wind lange auf dem See zu dümpeln war uns unter Spi nach Bregenz abzulaufen.  Gesagt getan.  Nachdem der Spi an Bord und das Geschirr klariert war zogen wir den Spi und kreuzten auf Kursen zwischen Halb- und Raumwind  mit guter Fahrt bei leichtem Wind in die Bregenzer Bucht.  Beim setzen, bergen und trimmen war dann die Mannschaft schon ein wenig gefordert.

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Als der Wind noch ein wenig flauer wurde war Badespass unter Spi angesagt.  Wir liessen einfach zwei lange Leinen achteraus laufen, wobei die längere durch einen Fender terminiert wurde und ein paar Knoten auf der Leine Griffsicherheit gaben. Unter Spi zogen wir nun das eine oder andere Crewmitglied durchs “Stuttgarter Trinkwasser”. Der Spass war garantiert, die Wassertemperatur von ca. 18° tat dem keinen Abbruch.    

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Kurz vor Bregenz bargen wir den Spinnaker und sammelten noch ein havariertes Boot auf. Dieses hatte sein Ruder , wohl beim Kontakt mit Treibholz, verloren. Wir nahmen die Leine an und zogen es in den Sportboothafen.    

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Dieser gefiel auch uns, doch vorher wollten wir den neuen ÖSB Hafen ansehen. Sehr Stadt- und Bahnhofsnah und sehr neu und aber leider bar jeden Charmes. Die Crew meuterte deshalb bei den Anlegevorbereitungen  und so fuhren wir in den Sportboothafen des Bregenzer Segelclubs.

Als Gast sucht man sich einen passenden freien Platz und beachtet das entsprechende grüne Schild. Alternativ kann man auch den Hafenmeister anrufen. Die Nummern stehen im Internet.

Für den Hafen gilt: An der Innenmole legt man mit dem Bug voran an, da die Innenmole einer Treppe gleicht, die ins Wasser führt. Diese grossen Stufen würden das Ruder beschädigen. An den Schwimmstegen besteht dieses Problem nicht, wir legten dort mit dem Heck an. Dabei werden  bei Fahrt achteraus die nötige Vorleinen quasi im Vorbeifahren über die Dalben gelegt und dann passend belegt.  Klappt das mal nicht - kein Problem einfach erst mal hinten fest und von Hand oder unter Motor nochmal passend verholen (vorwärts und dann wieder zurück). Bei der Fahrt in solche Dalbenboxen ist Augenmaß gefragt. Nicht wegen des anstossens - das ist harmlos da die Dalben meist glatt aus Holz oder sogar mit einer Art Rundum Fender versehen sind, nein wegen des durchkommens.  Bei unserer Box schloss die Hälfte der Crew Wetten ab das es nicht passt - verloren es passte.     

Uns erwarte ein geschlossenes Hafenbüro, aber dafür Live-Musik bei einem kleinem Fest und wir lagen quasi mitten drin. Die Duschen und Toiletten kann man nur einem Chip öffnen - oder man wartet halt auf einen Seglerkollegen der den selben Weg nehmen will, aber ausgerüstet mit dem Code-Chip ist.  Die Einrichtungen sind nur als mittelgut zu bewerten. Zur Ehrenrettung sei gesagt, das die öffentlich zugänglichen Toiletten natürlich auch von den Festbesuchern genutzt wurden.

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Eigentlich war Stadtgang geplant - nachdem man sich auf der Clubterasse erfrischt hätte. Doch nachdem Gudrun eine “Werbesuppe” gegessen hatte, war klar - hier würden wir auch essen. Und so war es auch  -  gut so.

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Später nach einem sehr genussvollem Abend bei freundlichstem Service zerstreute sich die Crew. Während die einen sich für duschen und ausklingen des Abends  entschlossen  machte sich der andere Teil auf in Richtung Stadt.

Irgendwann war dann auch der letzte an Bord und in seiner Koje - leider aber nicht die Feierenden. Diese hatten noch Ihren Spass mit Musik wohl so bis um 3.00 Uhr.  Aber wirklich schlimm war das nicht - nur eben unüberhörbar.    

Sonntag:

Gelassen, ausgeruht aber doch recht früh ging es los mit einem guten Frühstück. Der Hafenmeister bekam noch seine Liegegebühr (11.- )  und schon bald, also noch weit vor 10.00 Uhr legten wir ab um später Kurs 300° zunächst noch unter Motor und mit einsetzen der SW-Thermik mit einem schönen Wind per Kreuzkurs in Richtung Horn zu fahren. Wer wollte konnte sich am Ruder und oder beim Segeltrimm betätigen.  Im Gegensatz zum Heimatrevier sind die Zeitspannen zwischen den Wenden unendlich lange. Und getreu dem Motto ein Boot ist ein Fahrtenboot und zwei Boote eine Regatta maß man sich mit und an anderen Seglern.    

Auch wenn der Wind etwas unstetig war ging es doch mit guter Fahrt voran und schon gegen 13:00 waren wir fest am Aussensteg des Osthafens von Horn. Das Handbuch sagt: Nicht zu verfehlen ist die enge Einfahrt - man orientiere sich an der nadelfeinen Spitze des Kirchturms.  

Das kleine idylische aber auch überschaubare  Städtchen Horn bot einen kurzen Spaziergang an der Promenade bevor wir ermattet und hungrig in einem der Biergärten einfielen.  Wir wählten die Traube.  Und wurden auch hier, gut, freundlich und schnell bedient und bewirtet. Obwohl der Franke (SFR)  noch immer Landeswährung ist war man geneigt auch unsere Euronen zu nehmen.    

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 So der kurze Schnuppertörn geht langsam dem Ende entgegen.  Mit schwachem Wind  (5 -10 Ktn) geht es am Wind mit 4-7ktn über den See.  

In der Seemitte bemerken wir, dass die Seefläche sich zunehmend leert. Standen vorher vor  der Kressbronnerbucht und vor Langenargen zahllose Boote so sind nur noch eine Handvoll  Boote auf dem Wasser.  Keine Sturm- oder Starkwindwarnung !!  Aber plötzlich drang die Erklärung  in Form eines quasi nationalen Befreiungsschreies vom Ufer wellenförmig an unserer Ohren.  Deutschland  hatte ein Tor geschossen. 

Dennoch war wieder einmal Badetag angesagt. Genua geborgen und Schiff in den Wind gestellt - Leinen übers Heck achteraus, und schon ging es über die Badeleiter in den See.     

Wir wollten das Boot halbwegs püntlich abliefern, auch wenn uns ein gewisser Spielraum avisiert wurde und so wurde wieder gesegelt. Bis kurz vor der Hafeneinfahrt ein schön hoch am Wind fahrender Schärenkreuzer ein wenig Wettfahrfieber ausbrechen lies als dieser unseren Kurs kreuzte.  In Höhe und Geschwindigkeit konnten wir mithalten - wir kamen sogar stetig ein wenig näher heran. Mit diesem Ergebniss konnten wir mit einer gewissen Genugtunung von unseren Tun ab - und das Segeln ausklingen lassen. Wir legten das Boot wieder in seine Heimatbox.  

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Es folgte das übliche ausräumen, klar Schiff und so gegen 18.00 Uhr konnte die Heimfahrt beginnen.  Ich glaube alle beteiligenten  neigen dazu solche Kurztörns zu wiederholen.

Auch bei  diesem Törn zeigte sich wie schon bei anderen Törns wieder alles von seiner guten bis besten Seite. Die vielen negativen Argumente zum  Bodensee haben einfach keinen Bestand. Dieses Revier vor der Haustüre ist allemal eine Reise wert und weit besser als sein Ruf.

  

    

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