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Moselbootstour mit dem Segelschiff unter Motor

Dieser Eintrag stammt von GH (Gerhard Höhl) Am 24.6.2011 @ 08:53 In Fahrtensegeln / Bootstouren, Allgemein | Keine Kommentare

 

 auf der Mosel  - 364 km mit 16 Schleusen - Fotos auf unserer Homepage unter Fotogalerie

 

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Liebe Segelfreunde/innen,

vom 29.05. - 09.06.11 waren Herbert Keller, Albert Glasenhardt und Gerhard Höhl mit dem Segelboot Sipa,  einer Hai  760 auf der Mosel unterwegs. Um die mühsame Reise zurück auf dem Rhein gegen den Strom zu  vermeiden, wurde das Boot mit dem Trailer nach Winningen überführt und in der dortigen Marina zu Wasser gelassen. Diese Marina befindet sich kurz vor Koblenz direkt nach der Moselbrücke der Autobahn, ist also gut zu erreichen. Sie hat einen großen Kran und ist für alle Serviceleistungen gut gerüstet auch was das leibliche Wohl der Bootsbesatzungen angeht. Aufgrund von Revisionsarbeiten an den Schleusen der Mosel mussten wir 2 Tage warten um stromauf fahren zu können. Am ersten Tag fuhren wir die Mosel abwärts nach Koblenz und wieder zurück in den Ausgangshafen. Durch diesen Zwangsaufenthalt konnten wir den Ort Winningen mit schönen Weinwirtschaften erkunden. Für den nächsten Tag war Regen angesagt, wir besichtigten in der Nähe die Burg Eltz, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Sie wurde von 33 Generationen der Grafen von und zu Eltz bewohnt und nie zerstört.

Am dritten Tag fuhren wir frühmorgens los, es war wenig Betrieb auf dem Wasser, sodass wir beim Schleusen stromauf keine Wartezeit hatten. Die Schleusen haben einen Hub von ca. 8 m, teils konnten wir die Schleusen für Sportboote benutzen, teils wurden wir mit der Großschifffahrt geschleust. Erstaunt hat uns der Lauf der Mosel mit vielen Windungen und die Steilheit der Weinberge, jeder kleine Fleck mit Reben bepflanzt. Unser erster Liegeplatz für die Nacht war Cochem mit einem geschützten Anlegesteg, denn schnelle Motorboote verursachen doch hohe Wellen, was nicht angenehm ist, wenn man direkt am Ufer anlegt.  Am nächsten Tag fuhren wir weiter die Mosel aufwärts vorbei an bekannten Weinorten wie Zell, mit der Weinlage Schwarze Katz, nach Traben-Trarbach wo wir in der Marina Polch, etwas außerhalb des Ortes anlegten. Hier servierte Herbert seine Rösti mit Saumagen, was immer wieder mundet. Weiter ging es mit einem Zwischenstopp nach Bernkastel mit malerischen Fachwerkhäusern in der Altstadt, aber auch mit vielen Besuchern, sodass wir am Nachmittag weiterfuhren bis Neumagen, dem ältesten Weinort Deutschlands. Die Römer bauten hier im 3. Jahrhundert ein Kastell und natürlich zu ihrer besseren  Verpflegung  Reben an. Im Ort steht eine Steinskulptur eines Römerschiffes das zum Weintransport diente. Dieses Schiff hat man nachgebaut und liegt im Hafen von Neumagen. Auf dem Rundgang durch den Ort mit seinen verbliebenen Resten aus der Römerzeit, erwischte uns ein Regenguss, der uns zwang eine Straußwirtschaft als Schutz aufzusuchen. Sie war an die Rückseite der römischen Befestigung angebaut und darin saßen 10 Radfahrer aus Bocholt, die hier ihren Kurzurlaub verbrachten. An den auf dem Tisch stehenden Flaschen konnte man ersehen, dass sie schon eine Weile im Lokal waren. Es wurden lustige Lieder gesungen und nachdem der Besitzer der Wirtschaft Musik abspielte auch noch Sirtaki getanzt. Wir fühlten uns als Pfälzer sofort wohl in dieser Gesellschaft, wie die Fotos unschwer erkennen lassen. Der Ort gefiel uns so gut, dass wir 2 Tage in der gut gelegenen Marina blieben.

Wir fuhren jetzt in kleineren Etappen die Mosel abwärts, blieben wieder in Traben-Trarbach  über Nacht, diesmal  mit Stadtbesichting und legten in Zell über Mittag an. Die nächsten Tagesetappen gingen nach Senheim und Treis-Karden mit schönen Marinas. Nach 11 Tagen und zurückgelegten 364 km auf der Mosel erreichten wir wieder den Ausgangspunkt Winningen. Abends blieb die Küche an Bord kalt, denn wir hatten zu Beginn unserer Reise noch eine Weinstube entdeckt, die wir aufsuchen wollten. Am nächsten Morgen wurde am Vormittag von dem geschulten Personal der Marina das Boot auf den Hänger gehoben und nach 2 stündiger Autofahrt das Boot am Nachmittag  mittels dem Trailer in den Schäfersee geslipt.

Es war eine schöne Bootstour ohne technische Probleme und auch mit dem Wetter hatten wir Glück. Diese Tour wird zur Nachahmung empfohlen. Bei unserem Sportkameraden Herbert Keller bedanken wir uns, dass er uns als Passagiere auf seinem Boot mitgenommen hat.

Gerhard Höhl


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