Archive für Oktober 2011
Kroatien-Törn 2011
20.10.2011 von Raimond.
Verlauf der Route: Split, Vela Luka, Korcula, Okuklie, Dubrovnic, Polace, Lastovo, Hvar, Milna, Split
Die Best-Off Bilder beider Crews …. hier klicken [….]
Auch in diesem Jahr besuchten wieder zwei SCLF-Crews Kroatien.
Während die Crew um Manfred Fritsche schon ab Split auf einer GibSea 43 seit dem 1.Oktober die dalmatischen Gewässer kreuzte kam die Crew um Raimond Herrmann erst am Mittwoch den 5.10. an.
Hier nun der Kurzbericht von Raimond (Skipper). Der Bericht von Manfred, also dem Skipper der 2. Crew, folgt noch.
Um es vorweg zu nehmen Wetter, Wind und Land zeigten sich von der allerbesten Seite. Wir, also Gudrun Herrmann, Klaus und Traudel Hedrich, Edmund Schreck, Klaus Gerbes und ich übernahmen in Split in der ACI-Marina eine Bavaria 46c. Natürlich war vorher alles bestens organisiert. Flug, Transfer, einchecken, Einkauf und Schiffsübernahme gingen fast reibungslos vonstatten. Ja fast, denn unser Crewmitglied Lothar Lang verletzte sich am Tag vor dem Flug und so musste per Expressorganisation ein Ersatz gefunden werden. Blitzschnell sagte Klaus Gerbes zu und es gelang noch einen passenden Flug, wenn auch je einen Tag später als wir, zu günstigen Preisen zu buchen.
Ach ja, wir hatten ein Boot mit Gitarre gebucht - auch diese fehlte noch - wurde aber von Thomislav dem netten und rührigen Chef von Niva und vom Pitterstützpunkt in Split persönlich gestimmt und eigenhändig vorbeigebracht.
So konnte dann die Seereise los gehen.
1. Tag
Auslaufen unter Motor. Zunächst ging es bei bestem Wetter aber keinem Wind in Richtung Hvar. Vorbei an der Durchfahrt zwischen Brac und Solta. Auch Hvar ließen wir zunächst links liegen und legten Kurs zur Insel Korcula, genauer in die Vela Luka. Zwischenzeitlich hatte der Wind doch etwas zugelegt und wir konnten segeln. Das fing wirklich gut an. Hatten wir uns doch vorgenommen als entferntestes Reiseziel Dubrovnic zu erreichen.
In der Vela Luka bot sich dann kurz nach dem Anlegen ein wunderbarer Sonnenuntergang. So endete der erste Segeltag mit über 42 Meilen auf der Uhr und mit der Einkehr in einer Konoba.

2. Tag
Etwas frischerer Wind bot sich als Carrier an. So verliessen wir die tief ins Land ragende Bucht direkt unter Segel. Wir hatten vorsorglich leicht gerefft denn starke Böen wollten gemeistert werden. Der Wetterbericht sprach von 5-6 in Böen 8. Beim ersten Segelmanöver ein Knall und die Grossschot hatte Ihren Anschlagpunkt auf dem Traveller pulverisiert. Offensichtlich ein Ermüdungsbruch. und gut so dass es bei so einfachen Bedingungen passierte und weiter kein Schaden entstand. Wir reparierten mit Tauwerk und ich darf verraten das hielt bis zum Schluss und auch allen Winden und weiteren Manövern stand.

Mit gutem bis frischen Wind ging es entlang der Nordküste der Insel Korcula. Bis zum Hauptort der Insel “Korcula auf Korcula”. Es waren für den Abend Gewitterstürme vorhergesagt und die ersten Boten in Form ruppiger Böen gab es jetzt schon. Wie üblich in der Region wollten wir rückwärts also “römisch-katholisch” anlegen. Der Seitenwind erfoderte schnelle Leinenarbeit und ein Anlehnen an ein benachbartes Schiff. Es war Platz und so konnte es als Übungseinheit realisert werden. Der Trainingslauf klappe zwar von der Fahrt, aber nicht von der Arbeit an den Leinen. Statt anlehnen am etwas kleineren und kurzen Nachbarschiff, drohte uns dadurch ein Drehen des Bugs ein verwehen in das vorstehendes Ankerngeschirr des Nachbarn und überlaufen einer Nachbarmooring. Keine Zeit also mehr für Übungen und Erklärungen des Skipper. Also ich legte nun selbst Hand an. Boot freifahren und wieder zurück auf den geplanten Liegeplatz. Auch diesmal klappte die Anfahrt, aber die Leinenarbeit war noch nicht optimal. Doch diesmal konnte mit Anlehnen an die Fendern des Nachbarn und etwas Motor und Bugstrahlruder die Position gehalten werden und die Leinen gingen dann doch noch über an Land und die Mooring wurde hart durchgesetzt. Zum Bugstrahlruder ist zu sagen, einzig um in ganz engen Kurven wenn für das Heck kein Platz ist um die Drehung einzuleiten, ist es hilfreich. Nur etwas Wind auf dem Bug und die Wirkung geht gegen null.
Heute waren es nur etwas über 26 Seemeilen. Aber Wind zum Teil über 30knoten
Ein Spaziergang am Abend, ein Besuch in einem Restaurant und das versprochene Gewitter rundeten den Abend ab.
Am Morgen nach dem wie immer opulenten und genussvollem Frühstück wurde die Altstadt erkundet, jeder Stein wurde auf Zelloloid, ach nein, auf Speicherkarte gebannt oder nennt man das gebrannt?. Die Marktfrauen wurden um die eine oder andere Ware erleichtert und um Kuna bereichert. Und natürlich durfte auch ein Kaffee auf dem Marktplatz nicht fehlen. Ach es geht uns gut. Zwar ist es etwas abgekühlt aber immer noch eher warm.

3. Tag
Unsere Reise geht weiter in Richtung Süd-Osten. An der Nordseite der Insel Miljet wollen wir je nach Wind entweder nach Polace oder nach Okuklie. Der Wind spielte mit und so ging es zunächst an der Bucht von Polace vorbei. Diese Bucht musste noch auf uns warten. Das Gewitter scheint auf der Halbinsel im Norden ein Feuer entzündet zu haben - oder waren es unachtsame Raucher? Wir durften Wasser-Löschflugzeugen beim löschen eines Waldbrands zusehen und nutzen den Wind um weiter entlang der Insel Miljet zu segeln.
Telefonisch erfragten wir bei der Konoba Maran ob ein Liegeplatz und etwas feines zu essen auf uns warten würde. Das wurde bestätigt. Bald bogen wir ab in die Bucht und gleich das erste Haus auf der rechten Seite ist das von einer Deutsch - Schweizer Familie bewirtschaftet “MARAN”. Man erwartet uns gleich an mehrern Stegen und lockte uns mit parat gehaltener Mooring - aber wir hatten ja einen festen Plan und machten direkt vor dem Restaurant Maran fest. Auch hier wird mit Mooring und Heckleinen festgemacht. Das Anlegen klappte prima. Es gab ausgezeichneten Fisch und guten freundlichen Service. Duschen gibt es nicht und die Toiletten werden nachts verschlossen. Gut das unser Schiff eigene Toiletten hat. Nachts kommt zunehmend die vorgewarnte Bora auf. Diese rüttelt etwas am Rigg, aber wir liegen gut und sicher. Doch bevor wir ins Bett fallen überfällt uns eine unergiebige Disskussion fern der Praxis zum Thema Anlegen - aber besser als diskutieren ist: “Es gibt nichts Gutes - außer man tut es ”. Es wird noch mehr Anleger geben und auch dort wird der Skipper nur eingreifen wenn nötig und erst mal machen lassen.
Etwas über 30 Seemeilen Wind bis 33 Knoten

4. Tag
Der Wind heult im Rigg und die in die Bucht drehenden Starkwinde sowie beachtlich einlaufender Schwell haben für etwas Respekt vor Wind und Wetter gesorgt. Mit gemischten Gefühlen macht man sich nach dem Frühstück fertig. Das Boot wird seefest gemacht und die Mannschaft hinsichtlich Sicherheit und persönlicher Sicherheitsausrüstung informiert. Prinzip: Sicherheitsausrüstung parat halten oder anlegen. Keine Arbeit ohne Lifeline ausserhalb der Plicht. Vom Ausbringen von Strecktauen sehen wir ab. Weil diese rund und dick sind, sind diese eher eine Gefahr als eine Hilfe, zumal nicht viel ausserhalb der Plicht zu tun ist und bis zum Mast gute Handläufe verfügbar sind.
Wir legen ab und kämpfen uns im Zickzack unter Motor aus der Bucht um nicht hart gegenan zu gehen. Nachdem wir genügend Leeraum haben setzen wir Segel und reffen ordentlich. Die Mannschaft entspannt sich. Das Schiff kann einiges ab und so schlimm wie es in der Bucht aussah ist es auf der offenen See nicht. Allerdings sahen wir den ganzen Tag nur 3 andere Segel!
Es gibt genügend Rudergänger, Schotenzieher und Winschkurbler. Der Skipper könnte sich schlafen legen da auch die Naviagation durch Redundanz gesichert ist. So ziehen wir bei Wind und Welle flott und stetig nach Südost in Richtung Dubrovnic. Nach einer Weile kommt eine kleine Insel in Sicht. Steuerbord/Backbord ?
Es wird für “liegen lassen an Backbord” entschieden. Es spricht nichts dagegen - es ist nichts im Wege und auch wenn es nicht der kürzeste Weg ist und so lässt der Skipper es so laufen. Später wird klar, dass ein Wegpunkt nicht korrekt gelegt wurde. Hier in diesem Revier unter Sicht ist das ja kein Problem - man hätte auch nur nach einem Blick in die Karte ohne weitere Hilfen fahren können. Aber die Mitsegler wollen ja auch solche Dinge trainieren.
Wir kommen der Einfahrt nach Komolac, welches tief im Taleinschnitt liegt, und die ACI-Marina beherbergt immer näher und das Kreuzen bei böigen und drehenden Winden ist nicht sonderlich effektiv da die halb weggerollte Genua nicht ideal steht. Also Segel runter, Motor an und langsam gegenan. Aus dem Stadthafen werden zwei Kreuzfahrtschiffe herausbugsiert, an denen wir uns vorbeitasten. Unter der Brücke durch und schon sehen wir in den Fallböen Wasser fliegen. Der Zufahrtsweg durch das enge Tal ist für Böen in Orkanstärke bekannt. Für uns hat er nur Starkwind- und Sturmböen genau von vorn übrig. Aber auch das ist schon Respekt einflössend.
Im Hafen weisst uns der Marinero einen guten Platz zu. Durch die auch hier noch wirkenden Fallwinde muss das Manöver schnell und entschlossen gefahren werden. Aber zuerst darf wieder geübt werden - denn nur so kann man es lernen oder langsam begreifen. Der Wind ist gegen den Steuermann und das Schiff läuft nach dem 2. Versuch Gefahr so zu vertreiben das kein Steuern mehr möglich ist. Nach zwei Versuchen greife ich also ein und habe den Wind auf meiner Seite. Schnell ist das Boot festgemacht. Das ist besser als jede Theorie und Disskussion und fühlbar anschaulich. So nun mögen doch nun die Fallwinde jaulen - wir liegen gut.
Zwar weht es kalt, aber wir wollen Dubrovnic besuchen. Wir nehmen für wenige Kuna die Bus-Line 1A oder 1B und fahren in die Altstadt. Diese Linie fährt im Schnitt jede halbe Stunde und wird uns auch wieder zurückbringen. So viel Trubel sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir geniessen aber auch das Flair der Stadt und gehen den Rundweg über die Mauer. Später werden wir uns alle wieder treffen und die Mehrheit wird entscheiden in der Marina zu essen. Das hierbei in die Pizza statt in das Restaurant navigiert wird ist zu verschmerzen - die Pizza war gut und preiswert.
26 Seemeilen ruppiger Wind in Böen bis 38 Knoten und mind 400 Bilder aufgenommen

Tag: 5
Genial, wir lassen uns von den z.T. heftigen Böen aus der Bucht ziehen. Die Genua macht es gefahrlos möglich.
Vorher hatten wir noch ein bischen Nachschub an Lebensmittel sowie Kuna gebunkert. Die Marina bietet alles - allerdings auch saftige Liegepreise. Wer nicht unbedingt den Trubel von Dubrovnic braucht dem sei Korcula, als das “kleine Dubrovnic” empfohlen. Wir können es beruteilen wir haben beides gesehen .
Welcher Kurs heute? Auf der Hinfahrt hatten wir Polace auf Miljet ausgelassen - nun wollen wir es anlaufen. Kaum aus der Schlucht ausgelaufen lässt der Wind uns und die Segel hängen. Abwechselnd unter Motor dann wieder unter Segel kämpfen wir uns die ersten Meilen aus der Abdeckung heraus. Endlich können wir zwischen den kleinen vorgelagtern Inseln hindurch und etwas weiter vom Land weg. Der Wind legt sich nun mächtig ins Zeug und mit gerefften Segeln machen wir gute Fahrt. Die Steuerleute sind vom Ehrgeiz ergriffen keinen Faden Höhe zu verschenken und unser Ziel ohne Wende zu erreichen. Der Wind spielt gerade so mit und nach schöner Rauschefahrt erreichen wir am Nachmittag die malerische Bucht mit dem Ort Polace.

Auch hier winken die Restaurantbesitzer mit Mooringleinen. Wir legen vor dem “Calypso” an. Die Mooringleine ist kostenlos für Restaurantbesucher. Das nehmen wir gerne so wahr. Wir essen gut und fassen den Entschluss den nächsten Tag den Naturpark zu besuchen. Klaus Hedrich organisiert dafür Mountain-Bikes. Doch zuvor haben wir noch eine etwas abenteuerliche Nacht vor uns. Der Wind frischt ab 2.00 immer stärker auf. Die ersten Kontrollen - alles noch in Ordnung. Doch etwas später noch mehr Wind und immer stärkerer Schwell. In Lee von uns ein etwas kleiners Boot wird nicht mehr von uns geschützt sondern wir legen uns immer mehr bei Schwell und Wind drauf. Mooring mehr durchsetzen! - hilft nicht. Luvseitige Achterleine hart durchgesetzt - auch das bringt nichts. Wir wollen es noch mit einer zweiten seitlichen Mooring versuchen und diese mit Bugstrahl und Motorunterstützung durchsetzen. Das bringt ein klein wenig Erleichterung - aber der Wind legt wieder nach. Wir vereinbaren mit dem anderen Schiff, dass wir ggf. ablegen und im Schutz der nächsten Seitenbucht vor Anker gehen - voher aber wollen wir noch einen Versuch unternehmen eine Leine von der Mittelklampe so weit wie möglich seitlich auszubringen. Das gelingt und bei langsam nachlassenden Wind hält diese Leine die Hauptlast des seitlichen Schwells und des Windes. Um 4.00 ist der Spuck vorbei.
Was war passiert: Der Wind hatte nachts nicht nur zugelegt sondern auch von NW auf NE und dann auf ENE gedreht. Und da war die Bucht offen. Der Wetterbericht hat´s nicht gewusst!
37 Seemeilen Wind NW, N, NE, E 6-7 Böen 8-9
Tag: 6
Hafentag, genauer Ausflug auf Rädern in den Nationalpark und zu den Seen. Eine schöne Abwechslung in einer traumhaften Region und Gegend. Und unbedingt jedem empfohlen der in die Näe kommt.
Am frühen Abend, noch immer liegen wir an der Restaurantmooring, haben sich weitere Chartercrews eingefunden. Klar, das Wetter ist besser vor allen Dingen ist der Wind nicht mehr über sondern weit unter 6Bft. So sieht man nun doch mehr Segel am Horizont ihren Weg ziehen. Wir wollen zwar ablegen, aber nur ein kleines Stück über die Bucht und dann vor Anker gehen. Mit den letzten Sonnenstrahlen lassen wir Anker fallen und fahren ihn ein. Danach ist Badtag angesagt.
Das Wasser ist herrlich und nach anfänglicher Scheu bleibt nahezu jeder länger und geniesst. Obwohl kaum Wind angesagt ist und auch der nicht immer zuverlässige Wetterbericht keine Störung meldet, wird Ankerwache eingeteilt und auch gegangen.

Eine Vollmondnacht, die laue Luft, ein paar Sterne und die Geräusche der Nacht machen das zum Vergnügen zumindest aber zu Erlebnis.
0,3 Seemeilen aber über 25Km Fahrtradtour
Tag 7
Anker auf und Segel gesetzt. Die Insel Lastovo wartet. Auch hier ist der Wind wieder mit uns. Und schon bald können wir unter Segeln Kurs auf die Insel setzen, die eine traumhafte Einfahrt bietet die wir unter Segel nehmen können. Eddy übernimmt das Anlegen. Steuermann und Mannschaft an den Leinen sowie der Marinero arbeiten korrekt mit so dass wir bald einen “Anleger” genießen können.
Da wir jeden Tag durchschnittlich 30 Sm Segeln ist natürlich der Zeitplan etwas eng. So sehen wir von dieser ehemaligen Militär-Insel wenig. Werden aber mit guten Duschen und tollen Service für den Besuch belohnt.
30 Seemeilen Mässiger bis frischer Wind
Tag 8
Wir wollen auf die Insel Hvar. Sollte im Stadthafen kein Platz sein wollen wir auf die Insel Klement. Das aber wäre schade, denn Hvar gilt als eine der schönsten Städte. So versuchen wir früh und schnell die Insel zu erreichen. Zunächst hält der Wind und als er nachlässt sind wir so nahe, dass es uns nicht leid tut die Segel zu bergen und unter Motor in die Stadtbucht einzulaufen. Wir bekommen einen Platz und routiniert wird angelegt. Die Stadt hat Flair, gleichwohl möchte der eine oder andere hier nicht in der Hauptsaison sein. Die Gassen laden zum Schlendern ein und die Restaurants und Cafes locken.
Doch zuerst wollen wir das Fort auf dem Berg besuchen. Mit etwas Mühe und ein paar Kuna ist das machbar. Schon bald haben wir einen absoluten Überblick und könnten fast auf unser Boot spucken. Später geht es in die Altstadt ins Restaurant “Garden”. Eddy hatte es ausgekundschaftet. Es war urig bis kitschig, aber relativ windgeschützt im Innenhof. Die Speisen waren in Preis und Leistung annehmbar - die Spagetti aber stellten wohl nicht zufrieden. Dafür wurden wir mit Granatäpfeln bombartiert die der Wind von den Zweigen riss.
Wir brachten uns durch Umbesetzung in sichere Position. Der Wind veranlasste mich aber nach dem Boot zu sehen, denn die Böen waren durchaus im 8/9 bft Bereich. Das Schiff lag aber sicher und unbeeindruckt. Die Stadt gab gute Leeabdeckung.

31 Seemeilen Wind mäßig bis frisch später ablauend und in der Nacht Böen um 7-8bft
Tag 9
Trügerisch: Im Hafen kaum Wind, aber laut Wetterbericht 6-7 in Böen 8-9 zum Mittag etwas nachlassend und abends auffrischend. Windrichtung NW. Ok, also Frühstück, Boot klarieren und raus aus der Bucht.
Sicherheitshalber schon bald gerefft und weiter draussen dann quasi das 2 Reff eingebunden (ok gerollt!)

Es war ein schöner, ein nasser Ritt, aber stark gegenan. Wir segelten den optimalen Bug, verzichteten auf die Wende und fuhren die restlichen 4 Seemeilen unter Motor zwischen Brac und Solta hindurch und hinein nach Milna. Tanken, kurze Hafenrundfahrt und dann Kurs auf Split. Pünktlich zur Mittagszeit flaut der Wind ab - nein, er wird regelrecht abgeschaltet. Er braucht offensichtlich eine Pause um wieder zu Kräften zu kommen. Wir motoren die letzten paar Seemeilen in den Heimathafen und wie man es sicht nicht wünscht briest der Wind kurz vor Hafen wieder kräftig auf. Na gut enger Hafen, heftiger Wind - was solls das muss schon gehen.
Und so klappt auch der letzte Anleger. Eigentlich wollte die zweite Crew unseren Anleger vom Land aus kommentieren und begutachten. Doch sie hatten erst später mit uns gerechnet und haben es glatt übers Mittagessen versäumt rechtzeitig den Kopf aus dem Niedergang zu strecken. Vielleicht wäre es mit diesem kundigem und kritischem Publikum nicht so gut gegangen - wer weiss.
Nun allgemeines Begrüssen und Schulterklopfen - und - bei unseren Damen natürlich “Küsschen - Küsschen” und dann noch das Foto beider Crews im Cockpit unserer braven Bavaria 46c “Niva”
Der Abend fand einen gemeinsamen und schönen Abschluss in der Konoba Varus und bei Gesang auf unseren Boot. Eddy griff in die Saiten und der Rest zum Glas oder vergriff sich am Liedgut und die Nachbarn vielleicht die Flucht!. Später noch eine kleine Jam- und Songsession mit 2 Gitarren von Eddy und Raimond so ging Tag 9 zu Ende.
Seemeilen 34 Wind NW 6-7 dann flaute dann NW 6-7
Der Abreisetag:
Split, Split, Split - Touristen, Touristen, Touristen und wir mitten drin. Eine lebendige und interessante Stadt. Alleine der Diokletian-Palast und seine An- und Um- und Aubauten. Wir genossen die Stadt bei sommerlichen 24 Grad. Später verabschiedetet sich unser Vercharter vor Ort noch mit einer kroatischen Weise und sein Angestellter brachte uns zum Flieger. 19:30 ab in Split und um 1:00 im Bett zu Hause - auch mal wieder schön. Von Eiswürfelschlachten und Klabautermann(frau) ähnlichen neckischen Einlagen sollen die Akteure selbst erzählen. Nur soviel - lustig lustig - wir haben viel gelacht!
Ach ja Klaus Gerbes musste noch eine Nacht bleiben, sein Flug ging erst am nächsten Morgen. aber auch das hat hervoragend geklappt.

1600 Flugkilometer
Gesamt in 9 Segeltagen 261 sm davon über 200 unter Segeln
Geschrieben in Fahrtensegeln / Bootstouren, Segeltörns, Allgemein | Drucken | 1 Kommentar »

