Kat & Jollen Familienausflug an den gr. Brombachsee

Auch dieses Jahr haben wir wieder die Chance genutzt unsere Boote (hauptsächlich Katamarane) an den Brombachsee zu bringen. Untergekommen sind wir, wie schon in den vergangenen Jahren, bei der Wassersport-Gemeinschaft Altmühl/Brombachsee (WAB).

Wir konnten deren Zelt- und Wohnmobilwiese, den Jugendraum, die Sanitäranlagen und den Gemeinschaftsraum samt Küche günstig nutzen.

Die Bettenkammern unterm Dach stehen nicht mehr zur Verfügung weil baurechtliche Vorschriften das verhindern. Aus diesem Grund war die Beteiligung auch etwas geringer als gewohnt.

Insgesamt 6 Katamarane und eine Jolle  wurden mitgenommen und natürlich auch rege von den insgesamt 23 Teilnehmern benutzt.

Das Wetter – und noch wichtiger der Wind spielte mit und so können wir sagen das wir phantastische Tage erleben konnten.

Natürlich beehrten wir auch die heimische Gastronomie. Gerne aber saßen wir aber auch auf der Terrasse der WAB oder grillten gemeinsam.

Auch das Rahmenprogramm “Rea Garvey” und weitere Künstler im benachbarten Endersdorf konnten wir geniessen.

 

 

 

 

 

Fahrtensegeln in Friesland/Holland (Ein Beitrag von Gerhard Höhl)


Fahrtensegeln in Friesland/Holland

Wir, Wolfgang Staub und Ich (Gerhard Höhl) befuhren mit dem Jollenkreuzer Sturmvogel, 6.50 m  vom 21.-29.Mai 2017 das Segelrevier Friesland östlich des Ijsselmeers. Friesland besteht aus 1200 km Seen und Kanälen, die zu einem großen Teil von Booten befahrbar sind.

Kurzbeschreibung des Fahrtengebiets

Unter Segel und Motor zurückgelegt:  210 km

Heeg, Ijst, Sneek, Akkrum, Grow, IJst, Bolsward, Workum, Gaastmeer, Sloten, Balk, Woudsend, Heeg

 Weiter lesen – Ausführlicher Reisebericht

Eingesetzt wurde der Jollenkreuzer auf dem Campingplatz in Heeg am Heeger Meer, dem größten See Frieslands.  Von dort ging die Bootstour nordöstlich über Kanäle nach IJlst , einem  kleinen Ort mit hübschen Gartenanlagen am Kanalufer und weiter nach Sneek, der größten Stadt in diesem Gebiet.  Durch etliche Brücken fuhren wir auf den Grachten mitten in die Altstadt und blieben dort über Nacht. Nach dem Frühstück besichtigten wir die Altstadt und aßen unseren 1. Fisch einen Lekkerbek (Kabeljaufilet in heißem Öl gebackenen).  Sehenswert ist in Sneek das Schifffahrtsmuseum. Unter Motor befuhren wir bei heftigem Wind das Sneeker  Meer und verwinkelte Kanäle nach Akkrum, wo wir in dem Passantenhafen  ganz allein  einen schönen Liegeplatz  belegten. Beim Abendessen an einer Sitzgruppe neben dem Boot kam die Hafenmeisterin des Ortes und kassierte die Hafengebühr. Wir wollten sie zu einem Glas Wein einladen, sie musste aber noch in einem anderen Teil des Ortes die Hafengebühr erheben.  Außerdem wollte sie am nächsten Tag mit einem Segelboot  zu den Inseln Texel und Terschelling segeln. Wir schenkten ihr eine Flasche Rotwein, die sie mit auf die Segeltour mitnehmen wollte.

Am nächsten Tag fuhren wir über Kanäle zu dem malerischen Ort Grow, den wir nach einem Kaffeehausbesuch zu Mittag wieder verließen und über den Prinses Margriet Kanal  erreichten wir das Sneeker Meer, wo wir wieder segeln konnten. Durch etliche Brücken an denen wir nie lange warten mussten durchquerten wir Sneek  und  erreichten am Spätnachmittag IJlst,  wo wir mitten im Ort  für die Nacht blieben. Dusche und Toilette gleich nebenan.

Zur Kanalfahrt nach Bolsward mussten wir zum ersten Mal an einer Brücke längere Zeit warten, die weiteren Brücken einschließlich einer Eisenbahn Drehbrücke  öffneten sich sofort. In Bolsward hätten wir 1 Stunde zur Mittagszeit warten müssen, deshalb motorten wir weiter nach  Workum, einem  romantischen Städtchen, wo wir im Hafen mitten in der Stadt einen Liegeplatz  bekamen.  Auf dem Platz mit Kirche und der alten Waage ließen wir uns bei einem italienischen Restaurant  die Spaghetti und den Salat schmecken.  Im Hafen wurden wir von einer Segelcrew zu einem Münsterländer Kräuterschnaps eingeladen, dort stammten die Segelkameraden  her, bei einem blieb es nicht. Wir revanchierten uns mit einer Flasche Rotwein, fanden aber noch rechtzeitig den Absprung wollten wir doch am nächsten Tag  weiter gen Süden.

Nach der Durchfahrt von 3 Brücken erreichten wir nach einer kurzen Kanalfahrt das große Gaastmeer,    einem beliebten  Ausflugsort wo wir uns in einem Cafe den Nusskuchen und Oranjekuchen schmecken ließen.  Im Heeger Meer wehte eine steife Brise und wir segelten in Richtung Woudsend, das an einem Kanal liegt. Hier war durch den Feiertag ( Christi Himmelfahrt) reger Schiffsverkehr, alle Liegeplätze am Ufer belegt, sodass wir uns entschlossen nach Balk am Sloter Meer zu segeln. In Balk legten wir im Kanal an und marschierten in Richtung Ortsmitte, ein langer Weg, nur der Genuss einer grossen Eisportion rettete uns, denn es wurde jeden Tag wärmer. Bei der Gelegenheit lernten wir eine Familie aus Utrecht kennen.

Wir wollten eigentlich weiter nach Lemmer, das am Ijsselmeer liegt, doch die Erfahrung mit den überfüllten Häfen ließ uns davon abkommen. So segelten wir nach Sloten, wo wir an einem Schilfgürtel an einem neuen Steg festmachen konnten. Am Abend grillte Wolfgang  in der Plicht Würste und Fleischspieße, dazu gab es Dosenbier.

Mit Rita und Willi Goebel vom Germersheimer Seglerclub, die in Lemmer einen Dauerliegeplatz für ihr Segelboot gemietet haben, verabredeten wir uns  am nächsten Tag für den Nachmittag im Passantenhafen in Heeg. Davor fuhren wir wieder nordwärts über Woudsend ins Heeger Meer, wo wir mit Halbwind 5-6 Windstärken  in Richtung Stavoren segelten. Kurz vor Stavoren  wurde in einer Kanalverengung der Wind noch stärker, daher entschlossen wir uns bei dem dichten Schiffverkehr umzukehren und nach Heeg zurückzusegeln. Im Passantenhafen von Heeg legten wir an und kurze Zeit später kam auch das Ehepaar Goebel mit ihrem Schiff an. Nach einem Begrüßungstrunk holten wir alle unsere Essensvorräte und ließen uns das Abendessen mit Bier und Wein schmecken.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege wieder. Rita und Willi fuhren südwärts Richtung Lemmer, Wolfgang und ich segelten am Vormittag bei 5-6 Windstärken auf dem Heeger Meer, machten Rast auf einer kleinen Insel und wollten um 16.00 Uhr in Heeg 2 Brücken zu unserem Ausgangspunkt passieren. An der 1. Brücke sagte uns die Brückenbedienerin, dass die 2. Brücke defekt sei. Da die Reparaturzeit ungewiss war, beschlossen wir bei einer Dame, die sich am Kanal im Liegestuhl sonnte, anzulegen was sie auch erlaubte. Wir legten an der Spundwand an, legten den Mast und bedankten uns mit 1 Flasche Rotwein. Gut, dass wir genügend mitgenommen hatten. Wir tuckerten ganz langsam auf die Brücke zu, halb unter der Brücke stellte sich heraus dass der Mast 5 cm zu hoch war, wir lösten am Bug den Gummispanner etwas und Wolfgang drückte das Mastende etwas nach unten, so reichte es für die Durchfahrt.

Den letzten Abend verbrachten wir an der Gracht in Heeg in einem Restaurant  mit einem ausführlichen Fisch- und Fleischgericht mit viel Gemüse. Beim Rotwein auf dem Schiff wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Tag  wollten wir ja heimfahren, doch am Morgen regnete es erst mal 1 Stunde, doch dann kam wieder die Sonne.  Wir holten das Boot aus dem Wasser, beluden das Auto und machten uns auf den Heimweg.

Fazit: Dank des schönen Wetters konnten wir unsere geplante Rundreise durchführen, wenn auch der Wind nicht immer aus der gewünschten Richtung wehte.  Wir haben nur einen Teil von Friesland befahren, es gibt noch viel zu sehen – bis zum nächsten Mal.

Text und Bilder: Gerhard Höhl

 

Kat- und Jollenausflug an den Brombachsee

Zwei Wochenenden in Folge nutzten wir um mit Kats und Jollen mal am großen Brombachsee zu segeln. Insgesamt haben über 10 Tage 13 Boote (6 Kats, 4 Laser, 2 Optis und ein Tenny) dort Station gemacht. 35 Personen, davon knapp die Hälfte Kinder und Jugendliche, nahmen das Angebot an. Einige wenige buchten gleich beide Wochenenden und auch die Zeit dazwischen. Dank der großen Flotte und immer mal passenden Wind konnte bei bestem Wetter jeder mal beim Segeln auf seine Kosten kommen.

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Wir kamen, wie bereits im vergangen Jahr, bei der WAB (Wassersportgem. Altmühl/Brombachsee) unter. Teils in Zelten, teils nutzen wir Zimmer. Auch im Womo war man willkommen. Wir wurden freundlich aufgenommen und konnten die Infrastruktur günstig nutzen.
Segeln macht hungrig und so traf man sich abends zum gemeinsamen Grillen, zum fränkischen Abend oder zu Nudeln mit Tomatensoße auf der Terasse. Ein dickes Lob an alle die dabei mithalfen das es so entspannt und harmonisch ablief und jeder nicht nur Spass beim Segeln hatte.
Natürlich kamen wir auch an der Riesenwasserrutsche nicht vorbei und der eine oder andere umrundete den See nicht nur mit dem Boot sondern auch mit dem Rad. Wenn der Verkehr es zulässt ist man von Speyer in 2,5h mit Boot am See. P1050554 P1050574

Segeln auf den friesischen Seen der Niederlande

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Ein Bericht und  Bilder von Gerhard Höhl

Unterwegs waren wir mit meinem 15er Jollenkreuzer. Da er für 3 Personen zum Übernachten zu

klein ist, haben wir ein Ferienhaus in der Mitte des Seengebiets in Heeg vom 23.-30. Mai 2016

gemietet. Es steht auf einem Campingplatz eines Bauernhofs mit 100 Milchkühen, der auch

einen kleinen Hafen besitzt.  Mehr infos Lan&Mar Heeg, www.campingheeg.nl

Wir legten auf den umliegenden Seen und Kanälen ca. 130 km zurück, hatten schönes Wetter

und Windstärken von 3-4.

Crew: Gerhard Höhl, Rudolf Ruf und Wolfgang Staub

Info zu den Friesischen Seen:

Die Friesischen Meere umfassen ausgestreckte Wasserflächen, die durch große und kleinere Seen und Kanäle verbunden sind.

In diesem Wassersportgebiet wird dem Wassersportfreund alles geboten was sein Herz begehrt. Vom Heegermeer über die Flüsse, das Slotermeer, das Gaastermeer sowie das Zandmeer findet jeder Gast seine bevorzugte Wasserfläche um seinem Hobby nachzugehen.

Andere lohnenswerte Orte in der Umgebung Heegs sind Sneek, Sloten, Hindeloopen, Lemmer. Stavoren, Workum.

Gerhard Höhl

Rote Laterne knapp verfehlt


Deutschland-Pokal der SG-Stern in Flensburg

“Rote Laterne nur  knapp verfehlt”.

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Es war eine mächtig knappe Entscheidung die da am zweiten Regattatag nach fast 10 Stunden auf dem Wasser kurz vor
der  Hafeneinfahrt von Flensburg  fiel. Gerade eben so nahmen uns noch 2 andere Schiffe den letzten Platz ab und schoben sich hinter uns…

Wow .. was war da bei besten Segelbedingungen auf der Förde geschehen.  Hier die Chronologie der Ereignisse.

Traditionell findet der Deutschlandpokal der SG-Stern auf normalen Charterbooten mit normalem Tuch statt. Die Boote werden verlost.
Natürlich gibt es da Boote die das Potential haben nach vorne zu kommen und andere die sich schwer tun und ja es gibt  auch das Glück, die bessere Strategie und die besseren Segler und last but not least  die Yardstickzahl.
Und so akzeptiert man das  geloste Boot  macht das beste daraus.  Genaues wird man eh erst auf dem Wasser sehen und zwar im Vergleich mit anderen Booten.

Wir das sind Klaus Hedrich, Klaus Gerbes, Raimond Herrmann, Thomas Göbel, Volkmar Picot und Katharina Ullmeyer. Zunächst  wollten wir mal einen Testtrainingsschlag unternehmen.

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Also, raus mit der von “White Horse” und Segel gesetzt.  Ach oh Schreck, noch nie hatten wir ein derartig katastrophales Boot erlebt.  Das Boot war träge als schwimme es in Honig und nicht in Salzwasser und  das Ruder reagiert immer erst verzögert und hatte eine sehr geringe Wirkung. Dem Groß fehlten die Latten und der Schnitt passte nicht zur
Rollgroß-Anlage und das Achterliek war nur noch eine labrige Kralle. Wenigsten die Fock war gerade noch akzeptabel.
Versuche diesen Zustand zu verbessern brachten kein spürbares Ergebnis und auch das Rollgroß war kaum zu bedienen. Klemmte, wickelte sich falsch auf usw. Deshalb hatte man wohl schon die senkrechten Latten aus dem Segel genommen um das einrollen zu verbessern!  Nun wir waren mehrere erfahrene Segler an Bord und wir kennen einerseits die Tücken und die Art der Bedienung einer solchen Rollgroßanlage und
auch die zu erwartenden Boots-Performance. Innerhalb weniger Testschläge und  Trimmversuche war allen klar… dieses Boot hat keinerlei Chance außer auf den letzten Platz.Wir waren uns also unserer Favoritenrolle für die rote Laterne gewiss als wir mit einem letzten aufbäumen den Vercharterer auf die Mängel und die unverschämt schlechte Segelqualität (ich meine das Tuch und die Auswirkung) sowie die Fehlfunktionen der Rollanlage  aufmerksam machten und um ein Ersatzboot baten.
Insbesondere auch deshalb weil der Rumpf ganz offensichtlich extrem bewachsen sein musste – was sich später noch schlimmer als angenommen bestätigte.Da kamen wir aber gerade an den richtigen.  Statt schauen wir mal wie wir einen zufriedenen Kunden gewinnen können, wurde  das Programm “Kunde kann nicht mit dem Boot umgehen” aktiviert.
Original-Zitat: “Nun zeige ich euch mal wie man das bedient”!!……Aber… aber … aber…  beim zweiten Versuch schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Er der provozierte noch mehr Hutel, knutel, Zwirbel  als wir es vermochten.Dann der Ausweg …. das Segel müsst Ihr quasi streicheln und führen. Das funktionierte, mit 2 Bedienern auf den Kajütdach, in der Tat leidlich.  Aber eigentlich nicht im Sinnes des Erfinders. Der wollte das es unter allen Betriebsbedingungen vom Cockpit bedient werden kann.  Eine Bedienung unter kritischen Bedingungen wollte ich mir unter diesen Umständen gar nicht vorstellen – nun gut die waren nach Wetterlage nicht zu erwarten.Kriegsrat: Wären da nicht die Crewmitglieder, der Aufwand der SG-Stern Organisatoren, die abenteuerliche Busanreise, das tolle Revier  und die vielen netten SG-Stern-Segler,  die Skipper und die anderen Crews , wir hätten abgebrochen.

So entschieden wir uns zähneknirschend für die Teilnahme und für die Gewissheit das schöne Revier
am längsten genießen zu können. Wir hofften jeweils vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen- was nicht in jedem Fall gelang.

Nun genug und schwamm drüber – es geht zum Start und dann auf Kurs Sonderborg

Nachdem wir die Linie ausgemacht hatten konnten wir dann auch einen sehr guten Start fahren …. und das war es dann auch schon fast. Die Position an der Kreuz zu halten war schlicht unmöglich. So ging es dann Förde entlang vorbei an den Ochseninseln und in Richtung der erste Fahrwasser-Tonnen Nr-10. Vorher konnten wir voll Wehmut
den Segel-Bundesligacrews und solchen die sich erst noch qualifizieren müssen beim Training zusehen.

Denn wir  durchkreuzten deren Revier.  Weiter ging es vorbei an den Tonnen 8, 6 usw.. Wobei hier immer wieder die Schwiegermutter genannt wurde.  Was bei den Moin,Moinlern  wohl bekannt, uns aber (noch) nichts sagte.
Wir nahmen es hin wie manch anderes eben auch. Aber euch soll hier gleich die Erklärung gereicht werden.
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Aus einem Segelbericht:
“Voraus liegt jetzt die Position der legendären „Schwiegermutter“. Der zweifelhafte Ehrentitel hatte sich über Jahrzehnte für die Tonne „6“ eingebürgert, die Skipper vor der weit in die Förde ragenden Sandbank des Holnis-Hakens warnt. Unmittelbar landseitig des Tonnenstrichs nimmt die Wassertiefe hier auf weniger als 1 m ab. Daher die „Schwiegermutter“: „Wer sie hintergeht, den lässt sie auflaufen!“ Gerade wegen der großen Bedeutung wurde die Tonne vor wenigen Jahren durch einen befeuerten Pfahl ersetzt.”Genug der Besser-Wisserei. Weiter gehts die Förde entlang in Richtung Leuchtturm Kalkgrund. Den passieren wir nördlich und segeln die Kreuz weiter bis zur Fahrwasser-Eingangstonne Flensburg.
Dank Kreuzkurs und 4 Windstärken, viele Lage im Schiff und einer kurzen steilen Welle konnten wir unseren Rumpf bewundern. Diese gereichte einer Muschelzucht zur Ehre.  Das hatten uns auch  schon passierende Schiffe mitgeteilt.Nachdem wir die Tonne Flensburg vorschriftsmäßig gerundet hatten ging es vor dem Wind in Richtung Sonderborg. Das Ziel zwischen Untiefen-Tonne West und Zielschiff durchliefen wir  gemeinsam mit den letzten Booten nach  über 6 Stunden. Quasi  ganz knapp hinter dem ersten mit nur etwa 1h 30 Rückstand ;-))  und dazwischen fast alle andern Teilnehmer die weder erster noch letzter sein wollten.Nachdem üblichen Steg-Schnack wartet die Abendveranstaltung auf uns.Nun wurden  wir in die leider (aus dänischer Sicht) vergebliche Kriegskunst der dänischen Schanzenbauer von 1864 eingeweiht. Der Krieg gilt als erster deutscher Einigungskrieg. Danach ging es dann zum Buffet und  siehe da,  dank  2×4 Zugangsspuren ging alles sehr entspannt zur Sache.    Ob erster oder letzter Platz der Abend war ein Genuss begleitet von enthusiastische vorgetragener Musik des späten Barock von einem passend gekleidetem Trio und netten Gesprächen
mit Kollegen und natürlich den Dänen.Zwischen Hauptgericht und Nachttisch ging es per Fackelzug zu einem großen Gebäude in der Nähe in einem kleinem Park. Hier wurde uns die tapfere Schlacht der Dänen in beeindruckender Weise per Multimedia-Präsentation auf  der riesigen Hauswand präsentiert.
So manches Oh … wow…. Ahaaa der Bewunderung erklang.  Wer also mal in der Nähe von Sonderborg ist und  falls die Show noch angeboten wird, das muss man gesehen haben.

Ich will nicht zu sehr im Detail vom Service und vom Frühstück schwärmen sondern einfach mal das Notensystem zur Beschreibung verwenden.  Frühstück in Sonderborg  1*
Wir genossen, packten unser Lunchpaket und holten uns die Informationen über den Kurs des Tages. Statt direkt zurück nach Flensburg war der neue Kurs erst
einmal zur Untiefentonne Bredgrund Süd und dann zurück nach Flensburg vorbei an den Tonnen die wir am Vortag schon passiert hatten.

Bald schon verließen wir unsere Plätze im Päckchen und ließen den Stadthafen hinter uns.  Der Wind war etwas mehr als am Vortag und wir mussten leicht reffen um   das Boot – übrigens eine Benneteau Oceanis 37 / Yardstick 100 – zu kontrollieren.  Der Start war ganz gut aber schon bald waren einfach zu viele schnellere Boote im Weg
und behinderten freie Kursentscheidungen.

Nach einiger Zeit konnten wir ganz klar feststellen: Überholen können wir keinen, halten können wir keinen und alle Strategie einen anderen Plan zu verfolgen scheiterte an realen Optionen. Wir konnten einfach nur segeln, kreuzen und irgendwann nach runden der Tonne unseren Weg durch die Förde nach Flensburg suchen.
Das gelang dann auch und im Lichte des aufgehenden Mondes. Froh nicht erst bei aufgehender Sonne anzukommen erblickten bzw. erahnten wir das Ziel.

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Für die Rückfahrt entschieden wir uns angesichts der 800km für die Nutzung eines Mietfahrzeugs. Das war nicht ganz einfach denn fünf Segler und Gepäck wollen ja mal untergebracht werden.

Wenigstens der Wind und Wetter meinten es bestens mit uns. Wir blieben trocken, hatten 2 schöne Segeltage auf der Förde und eine sonnige Rückreise.

Ach ja die Plazierung . . .  Platz 24 von 27   Laola !

Korfu und die südlichen Inseln per Kat

Korfu und die südlichen Inseln per Kat

Hier klicken um alle Bildern des Törns anzusehen …..   http://www.tfs.de/korfu2014

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Vorbereitung:

Unser Oktobertörn sollte 2 Besonderheiten bieten. Zum einen sind wir vom Monohull auf den Kat umgestiegen und zum anderen wollten wir die Rümpfe des Kats mal nach Albanien lenken.

An Bord:  Raimond und Gudrun Herrmann, Werner Schaller, Gerhard Höhl und Hans-Joachim Weinmann.

Trotz perfekter Vorplanung sollten wir Albanien nicht erreichen. Schon beim Chartern des Kats über die Agentur wurde deutlich “Genaues weiss man nicht”.

Trotz Zusage der Agentur erhielten wir auf Nachfrage von Tsirigotis Sailing die Info – “No – Albanien”.

Das war ja noch kein Problem. Kurzer Hand nahmen wir Kontakt zu Kiricoulis auf der nach eigenem Bekunden seinen Booten und Kunden das Segeln nach Albanien erlaubt.

Wir bekamen die nötige Bestätigung und sogar einen identischen Kat!? und verdonnerten die Agentur dazu sicher zu stellen das die nötigen Papiere, Versicherung, Flaggen (Q und Albanien) sowie die nötigen Seekarten an Bord sein müssen. Das wurde alles per E-Mail bestätigt.

So vorbereitet stiegen wir am 14.10  in den Flieger und flogen nach Korfu.

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Ankunft und Bootsübernahme

Schon am Zielflughafen wurde deutlich – das die vereinbarte Abholung wohl nicht berücksichtigt wurde. Also zwei Taxis und ab in die Marina.

Beim obligatorischen  Check In im Büro von Kiriacoulis wusste man nichts vom Transfer, und nichts vom Wunsch nach einem Gennaker . Dafür wollte man aber 3000 Euro Kaution – akzeptierte aber weder Visa noch Amex nur Mastercard. Das war lösbar.

Bei der Übernahme des Bootes stellten sich einige Probleme heraus die nur sehr widerwillig beseitigt wurden. Es kam aber z.B. nicht in Frage das wir ohne Positionslichter oder ohne die Möglichkeit das Gas abzudrehen in See stechen.

Als es darum ging die nötige Ausrüstung für Albanien zu checken wurde die Möglichkeit  mit dem Boot Albanien zu besuchen kategorisch und sehr agressiv abgelehnt.

Was wir den dort wollten – das gibt es nichts! Das geht nicht. Das Boot hat keine Versicherung für Albanien. Man legt euch an die Kette. Die E-Mails das Kiriacoulis uns den Besuch dort bestätigt hat   wurden  plötzlich uminterpretiert:   “ja man kann im albanischen Seegebiet segeln”.

Die Crew nahms gelassen und meinte Korfu wäre auch ganz schön – der Skipper, wäre er alleine, er hätte den Vertrag anulliert.  Das schien auch der Stützpunktleiter zu merken. Wiederwillig wurde dann die Adresse eines albanischen Yachtagenten (den der Skipper schon kannte und im Vorfeld kontaktiert hatte) mitgeteilt und zumindest die albanische Gastlandflagge ausgehändigt.

So ganz nebenbei bemerkten wir dann das es das gleiche Boot war welches uns ja schon eine Absage erteilt hatte. Kiriagulis wollte wohl einfach das Geschäft machen und hat uns genau dieses Boot wiederum (unter falschen Voraussetzungen) angeboten.

Die Crew war nun verunsichert weil das Schiff nicht ausreichend versichert war und weil der Skipper vermutet das möglicherweise ein Einklarieren erfolglos wäre (denn Versicherung ist nötig) und so wurde nach kurzer Debatte auf einen Törn südlich Korfu umgeroutet.

Nun denn: Kabinen beziehen, Proviant bunkern und Abendessen im Ort.

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Tag 1 Platarias

Zunächst mussten wir noch die (widerwillige) Reparatur des Gasreglers und der Toplichter (weiss und 3 Farbenlaterne) abwarten.  Vorher natürlich noch ausgiebiges Duschen und ein erstes Frühstück an Bord. Da die Mannschaft in der Planungsphase von 7 auf 5 schrumpfte haben wir von 42fuss auf 38fuss downgradet. Die Athena 38 bot genau die richtige Größe für 5 Personen. Sowohl im Salon als auch in den Kojen und natürlich auch außen die Sitzecke war ideal. Auch das große Sonnentrampolin lud zum chillen ein.100001_0_070320091643_9

Also Leinen los und hinaus aus der Marina. Schon in der engen Boxengasse – eng wegen der Mooringleinen der Boote – zeigte sich die gute Manövrierfähigkeit des Kats. SANYO DIGITAL CAMERA

Erst gerade hinaus bis zur Mitte und dann eine Maschine rückwärts und die andere  vorwärts und schon dreht er auf der Stelle – zumindest wenn der Wind sich zurückhält.

Da beim Kat die Ruder und die Schraube nicht wie beim Monohull in der Mitte sondern sehr weit aussen liegen ist beim An- und Ablegen, insbesondere wenn Moorings und deren Sorgeleinen im Wasser sind, höchste Vorsicht geboten. Zu leicht fährt man sich fest.

Nach dem Verlassen der Marina Gouvia (nördlich von Korfu Town) wollten wir zwischen Korfu und dem Festland in Richtung Platarias fahren. Der Wind kam von vorn und wäre ideal um nach Sarandä (Albanien) zu segeln …. !!!

Nun gut kreuzen wir ein wenig um die Segeleigenschaften zu testen und wenn nötig nehmen wir die “Diesel-Genua”. Gesagt getan und wie erwartet konnte der Kat keine besondere Höhe gehen bzw. nicht mit guter Geschwindigkeit. Dazu kommt – wird hoch am Wind gesegelt und man versteuert sich in den Wind –  dann  bleibt die Kiste stehen.

Da Fahrtenkats bei schwachem Wind schwerfällig  zu wenden sind haben wir das Funsegeln benutzt um uns mit dem wenden etwas vertraut zu machen. Vor der Wende etwas abfallen und Fahrt aufnehmen  und dann flott durch den Wind steuern und die Fock backhalten und erst loswerfen wenn das Groß den Bug gewechselt hat. Das hat auch gleich gut geklappt.

 

Später haben wir dann die Maschine(n) benutzt und uns dem Tagesziel genähert. Die Crew wollte allerdings Wasserspiele. Also Maschine stop – Leine und Fender als Sicherheit achteraus und schon konnte geplanscht werden.

Nach dem Baden frischte der Wind auf und wir konnten mit guter Fahrt unser erstes Ziel ansteuern.

Wie oft in Griechenland geht man auch im Hafen vor eigenem Anker rückwärts an die Pier. Wir  sprechen dann vom anlegen “römisch katholisch”

Der erste Anlauf misslingt. Der Anker slippt und auch die Kette springt in der  Nuss verliert den Halt  und beginnt klirrend auszurauschen. Eine beherzte Fußbremse macht dem  ein Ende.

Also Anker auf und auf ein Neues. Bald liegt der Kat perfekt an der Pier und die Crew kann sich dem Hafen und Bordleben hingeben und die Ankercrew hat Ihr Wissen um die Ankerketten-Fußbremse erweitert.

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Abendessen bei Olga. Da im Hafen keine Duschen und Toiletten sind hat Olga eine pfiffige Geschäftsidee realisiert. Wer abends bei Ihr einkehrt kann die Duschen morgens benutzen. Olga spricht deutsch und die Küche ist gut und das Lokal optisch auch einen Besuch wert

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Tag 2 – Rüber nach Paxos (Paxoi)

Zur Insel Paxoi  wollen wir. Die Windrichtung stimmt,  alleine die Stärke ist eher eine Schwäche. Mit 1-2 Bft bekommen wir den Kahn nicht so richtig zum laufen.  Doch nach einer Weile frischt der Wind etwas auf und weht uns auf die Nase! Ok, wir haben Zeit, lasst uns kreuzen. Und so kreuzen wir zwischen Festland, Korfu und Paxoi. Am Nachmittag bringt uns dann ein Kreuzschlag in die Nähe der spektakulären Einfahrt nach Gaios.

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Man segelt oder fährt auf eine Steinmauer zu und erkennt erst spät wann es rechts ab in eine Art Flussrinne geht. Diese ist sehr eng und Gegenverkehr ist tunlichst an manchen Stellen zu vermeiden. Das geht einfach wegen der Untiefen nicht. Nach einem scharfen Linksknick kommt eine Engstelle die sich dann etwas zum Stadthafen von Gaios öffnet.

Man liegt vor Buganker mit dem Heck zur Pier und kann sich aussuchen ob man bei Bäcker, beim Kaffee, der Bank oder bei der Disco festmacht. Versehentlich haben wir uns für die Disco entschieden. Beim Bäcker gibt es RF_ID Chips für Wasser und Strom. Duschen …. ggf. im ortsansässigen Fitnessclub.

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Ein nettes und beschauliches Städtchen allerdings von den Engländern requiriert die mit einer Armada von Sailing-Holiday einfallen aber ganz erträglich sind.

 

Natürlich wird von der Crew die Gastronomie und die verschiedenen Espressoversorgungstellen auf Preis und Leistung abgeklopft und ggf. geprüft.

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Die Griechische Küche ist natürlich in der Regel keine Offenbarung. Man hält sich an Gegrilltes und hofft das das bestellte Lamm kein Hammel war.  Salate, Gemüsse  und Röstbrot sind allerdings fast immer frisch und zu empfehlen.  Fisch wird sehr unterschiedlich angeboten ist aber immer eine Option – aber nicht billig.

Die Nacht war laut – denn die Disco machte ordentlich Lärm – obwohl nur wenige Besucher den Weg dorthin fanden. Aber wie gesagt man kann statt vor der Disco auch vor dem Bäcker festmachen!

 

Tag 3 Anti Paxoi

Leinen los, Anker auf!

Halt halt erst mal Frühstück und zwar ausgiebig. Wir schreiben den 17.Oktober und die Sonne lockt uns ins Cockpit bei 24 Grad (übrigens auch Wassertemperatur)

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Dank frischer Backwaren und gefüllten Kühlschrank lassen wir es uns gut gehen bevor wir dann ans Auslaufen denken.

Wir nehmen die östliche Ausfahrt bei der es über eine Barre geht. Der Tiefenmesser zeigt z.T. 0,10 an. Obwohl per Lotung festgestellt wurde das man mindestens 1,9 hinzurechnen kann und der Kat nur 1,1 benötigt – trotzdem ein komisches Gefühl. Aber es ist genügend Wasser in dieser Seeschleife die einem Fluss gleich eine vorgelagerter Insel umrundet und somit eine nördliche und eine  östliche Zufahrt hat. Wer bei Nacht ankommt und die Gegebenheiten nicht kennt nehme besser die östliche Einfahrt und halte sich stur an die Molenbeleuchtung und den richtigen Kurs aus der Karte bzw. dem Hafenhandbuch.  Tiefgang über 2,2 m ist hier problematisch.

Leider lässt der Wind auf sich warten und so motoren wir in Richtung Antipaxoi umrunden die Insel auf der westlichen Seite und suchen uns eine Bucht auf der östlichen Seite.

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Antipaxoi und Ankern in der Bucht

Zwar ist der Anker fest eingefahren und Wind und Welle ehr schwach (aber drehend) die Felswände aber recht nahe. Deshalb wird Ankerwache gegangen. Das stört zwar die Nachtruhe etwas. Aber bei mildem Klima und einem  tollen Sternenhimmel bring jeder die 2 Stunden Nachtwache hinter sich. Ab und an zieht ein Kreuzfahrer vorbei und kleine Fische im Wasser sorgen durch ihr Eigenleuchten auch für Kurzweil. Als langsam alle wieder an Deck sind gibt es noch einen wunderbaren Sonnenaufgang und auch das Frühstück fernab von Cafes, Bars und Disco´s lässt keine Wünsche offen.

 

Tag 4 Preveza

Nach dem wir den Anker wieder ausgebrochen und aufgeholt haben legten wir Kurs auf Preveza. Eine größere Stadt am Festland mit diversen Marinas und einer Art Salzwasser-Binnensee im Hinterland.

Leider vermissen wird den zugesagten Wind und müssen unter Motor die Strecke bewältigen. Nachdem wir durch ein betonntes Fahrwasser ins innere der Lagune gefahren sind und uns für einen Platz an der Pier entschieden haben erinnert sich der Wind an uns  und frischt von 0 auf 4 auf. Na toll – aber dank eingespielter Crew und der guten Steuerungsmöglichkeit des Kats lassen wir uns in die Lücke zwischen 2 Booten sacken und hilfreiche Hände übernehmen die Achterleinen.  Der Anker hält gemäß seiner Aufgabe und schon bald will die Crew  die Stadt unsichermachen.  Es reiht sich eine Bar an die nächste. Auch Landstrom- und Wasseranschlusssäulen stehen in Reih und Glied an der Pier – allerdings ohne Funktion. Seltsam damit würde sich doch ein wenig Geld verdienen lassen!?

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Tag 5   Ankersalat und Segelspass  – Levkas

Nach dem Frühstück wollten wir los – der lange vermisste Wind wehte bereits kräftig.

Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

Beim “Anker auf ” Manöver  ging es plötzlich sehr schwer und die Sicherung flog raus. Natürlich wurde diese nicht sofort gefunden. Also Anker aufholen von Hand genauer Hand über Hand. Wer kanns wer machts? Natürlich der Skipper. Also wurde der Kat von Gerhard mit den beiden Maschinen an der Stelle gehalten – am besten mit dem Heck zum Wind und der Anker mühsam aufgeholt. Natürlich hing der Anker eines Nachbarn ebenfalls daran.

Ob wir den Anker  wegen des langsamen Aufholens per Hand geangelt haben oder der Ankerlieger erst  später ankam sein Eisen über unsere Kette legte ist nicht ergründbar.

Wir befreiten uns und  warfen seinen Anker wieder ins Wasser und informierten Ihn per Zuruf und dachten das war es und nun aber los.

Doch von hinten pfiff plötzlich eine der Maschinen. Während des Manövers  hat sich der Kat gedreht und bei Fahrt voraus die gespannte Ankerkette des gefangen Ankers kam auf die Schraube.  Das merkten wir aber nicht sofort. Wir stellten einfach fest eine Maschine geht nicht und springt auch nicht an… Hat jemand den Dieselhahn zugedreht?? Nein.  OK- wir müssen etwas tun da selbst im Hafen der Wind so um die 4-5bft bläst.

Es gibt mehrere Optionen. Wieder Ankern oder mit einer Maschine irgendwie längseits gegen den Wind anlegen. Kats mögen es nicht mit einer Maschine gefahren zu werden.  Trotzdem sah es erfolgversprechend aus bis wir,  und ein bisher fast unbeteiligt wirkender  Engländer, bemerkten, daß wir die Kette gefangen hatten. Mit der Schraube?! MIST

Alternativ zu einem schnellen chaotischem Ankern war dennoch ein Längseits  gehen in der Nähe des von seinem Anker  entbunden Engländers möglich. Das gelang auch dank einer noch nutzbaren Maschine und dem Fenderballett der Mannschaft  ausreichend sanft. So lagen wir nun gefangen von einer fremden Ankerkette gut gefendert an einer Yacht längseits.

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Gemeinsam mit einem Holländer und vor allen Dingen dank Werner Schallers Tauchgängen konnten wir den Anker bergen und die Kette von der Schraube werfen.

Der Engländer ging auf Drift nachdem seine Kette aufgeholt wurde und wurde mit Unterstützung von uns  sanft längseits an die Pier genommen.

Unsere Maschine ging wieder, der Sicherungs-Schalter für die Ankerwinsch war ja auch gefunden worden und auch die Schraube hat keinen Schaden genommen. Puh Glück gehabt.

Was war die eigentliche Ursache. Die Ankerwinsch hat wegen Überlast abgeschaltet. Der Grund dafür war das der Anker gegen die Kraft des Bootes aufgeholt wurde (wenn er nicht schon an einem anderen Anker hing) . Der Verlauf der Kette ist beim Kat schlecht zu sehen, da diese unter dem Trampolin läuft. Das erschwert es den Steuermann so einzuweisen das er auf die Kette zufährt. Vermutlich kam aber zusätzlich hinzu das die andere Kette auf unserer lag. Auch nicht optimal war das die Kette bedingt durch die Kettenkastenkonstruktion zur Haufenbildung neigte welche das korrekte Einlaufen behindert. Somit waren immer Pausen nötig mit dem Risiko das der Anker über den Grund gezogen wird.

Wenn es ganz blöde gelaufen wäre hätten wir den Notanker (2.er Anker) verwenden müssen um nicht unkontrolliert im Hafen zu driften. Aber über den Ankerketten der anderen ist das der Plan, der noch weit nach Plan B kommt.

Nach diesem Abenteuer welches Kraft und Nerven und Einsatz der gesamten Mannschaft forderte konnten wir ablegen und es ging hinaus auf die Bucht. Unser Tagesziel war ja nur ca. 7sm entfernt. Also segelten wir bei frischem Wind einfach so aus und mit viel Spass.  W übten reffen und ausreffen in Fahrt. Statt fürs Wenden konnte die Crew sich auch für Halsen begeistern.

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Auch dieser Schlag ging nicht ohne Badestop auf offener See zu Ende.

Am Nachmittag liefen wir dann am Wind Richtung Levkas (Nord Lefkada Canal). Das letzte Stück absolvierten wir mit Motor und mussten dann warten bis die Drehbrücke uns den Weg freigab. Diese öffnet stündlich. Levkas, auch Lefkas oder Lefkada ist nicht nur eine Insel sondern auch die gleichnamige Stadt am Nordöstlichen Ende der Insel die im Grunde nur durch einen Kanal vom Festland getrennt ist. In der Nähe ist auch ein Flughafen – Preveza/Lefkada. P1060369

Wir legten nach Anweisung des Hafen-Masters an der uns auch die Heckleinen annahm und die Moorings angab. Bisher zahlten wir für Strom und Wasser 10 Euro pro Nacht. Hier wurden wir mit etwas über 30 Euro inkl. 2 Duschkarten abgerechnet.

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Hier schön zu sehen wie die Einfahrt nach Preveza unter 66° erfolgen muss.

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Wär hätte es gedacht – die Crew wollte ins Städtchen und so machten wir uns auf. Von der Marina sind es nur wenige 100m bis zur Stadt Levkas. Die Stadt hat eine klare Aufteilung. Auf der Süd-Ostseite sind die Restaurants in der Übermacht und auf der Nord-Westseite die Bars. Dazwischen einige enge Gassen und ein einladender belebter Platz mit einigen Restaurants. Nach gefühlten 200 Fotos und einem Rundgang kehrten wir ein.

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Nach diesem ereignissreichem Tag mit Ankersalat, Lustsegeln, Baden  und Städtele gucken sowie einem  ausgiebigem Abendessen  war dann bald nach der Rückkehr, zumindest nach einem kurzen Zwischenstopp in der Cafebar des Hafens,  Ruhe im Schiff.

Tag 6 Parga    Skipperermenü   sowie Gummiboot fahren und ankern.

Unser Plan war es den Tag  langsam aber passend zu den Brückenöffungszeiten anzugehen. Nach dem Duschen und  Frühstücken passierten wir bald die Schwenkbrücke.

Zwar ist etwas Wind und auch die Richtung des Windes ist nutzbar  – da aber ca. 35sm vor uns liegen darf es nicht zu langsam vorangehen. Deshalb wechseln wir zwischen Segelversuchen und Stützsegel mit Maschine ab. Der Wind frischt auf und zumindest auf dem letzten Meilen können wir auch ein wenig segeln.
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An diesem Tag gab es 2 Mahlzeiten aus der Bordküche. Mittags kochte der Skipper Spaghetti – Cornetbeef  und am Abend gab es ein spätes deftiges Vesper.

Ursprünglich wollten wir im Sportboothafen von Parga anlegen. Doch die Mole war belegt und gleichzeitig fielen Massen von Sailing Holiday Crews ein und belegten Hafen und Bucht. Im Hafen kann man mit dem Bug voraus vor Heckanker direkt am Kiesstrand festmachen. Uns erschien es sicherer in der Bucht zu ankeren und das Gummiboot in Dienst zu stellen. Damit brachte der Skipper einen Teil der Crew an Land.

Später wurde dann deren Rückführung zum Kat mit dem Taxiboot organisiert. Übrigens der Taxibootskipper begrüßte seine Passagiere mit “Moin Moin”.

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Später drehte der Wind etwas und es kam  Schwell auf. Wir lagen aber sicher vor Anker und konnten auch ohne personelle Ankerwache recht sicher sein. Einmal weil die Abstände zum Ufer recht groß waren und zum anderen weil dieses großen Abstände  ermöglichten einen elektronischen Ankeralarm zu nutzen.

Wie erwartet konnten wir ruhig schlafen und hätten aber im Falle eines Falles genügend Reaktionszeit gehabt.

Tag 7   Bucht Lakka und Gaios zum 2.

Laut Wetterbericht konnten wir noch von einem perfekten Sommertag ausgehen danach sollte sich das Wetter verschlechtern. Ursprünglich wollten wir noch die Westseite von Korfu erreichen. Angepasst an den Wetterbericht änderten wir diesen Plan getreu nach dem Motto “Das Wetter ist der Boss”. Wir lichteten also Anker und legten Kurs auf die Nordspitze von Paxos (Paxoi) um dort die berühmte Bucht Lakka zu besuchen.

Die Bucht war bald erreicht und machte Ihrem Ruf alle Ehre. Kurz vor der Passage der Einfahrt sahen wir noch einen Delphin und kurze Zeit später fuhren wir beim zweiten Versuch den Anker ein. Baden, Relaxen und Lesen –  die Crew beschäftigte sich und Gudrun unternahm schwimmend einen Landausflug.

Auch kulinarisch war die Bucht ganz in Ordnung. Die Bordküche bot Kartoffelsalat mit Würstchen, Tomaten und Gurken.

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Nach diesem vergnüglichem Nachmittag zog es uns dann in Richtung Gaios.

Wie gehabt legten wir wir römisch/katholisch an der Pier an. Strom und Wasser gibt es hier für ne´n 10er.  Und kaum war das Boot fest trafen wir uns zu einem Espresso bei unserem Stammcafe.P1050181

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Hündchen “IRIS” wartet schon auf Chartercrews

 

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Der Abend in Gaios ließ schon die Wetteränderung erkennen. Der Wind war kühl und so zog es uns eher in den Ort als zu den Restaurants an der Pier.  Die Innenräume laden nicht so richtig ein. Selten gemütlich und oft plärren Discosound, die Belegschaft und der obligatorische Sport-TV-Kanal um die Wette.  Dann lieber hinaus auf die Gaß zu Hund und Katz.  Wie so oft ist die Speisekarte nahezu identisch wie in den zuvor besuchten Lokalen. Besonderes zu bekommen ist Zufall. In der Regel bekommt man eben Durschschnittsqualität und kann und wird auch nicht mehr erwarten. Die Rechnungen samt Wein für uns 5 Personen meist zwischen 70-90 Euro. Schwierig wird´s nur wenn Katzenfreunde und Menschen die die Tiere bei Tisch nicht so schätzen zusammentreffen.  Bettelnde Katzen in allen Größen gehören zum Programm und schleichen einem gerne um die Füße. Flohbefall also nicht ausgeschlossen.

Nun gut wir suchten ohne Flöhe den Heimweg zum Boot.

Tag 7  Flucht vor dem Wetter  – Zurück in die Heimatmarina Gouvia

Schon beim Frühstück war die Wetterverschlechterung erkennbar und der Wind frischte auf.  Bald als hieß es Anker auf. Das Manöver war von  einer gewissen Spannung   begleitet. Schliesslich hatten wir ja schon mal einen fremden Anker unter abenteuerlichen Umständen mitgehoben. Auch in dieser Marina war das nicht unwahrscheinlich weil auch hier sehr eng geankert wurde was mit dem Risiko das Anker auf fremder Kette zu liegen kommen verbunden ist.  Alles lief perfekt und bald war das Grundeisen aufgeholt und verstaut.   Die östliche Einfahrt nutzen wir um hinaus aufs Meer zu fahren und konnten bald die Genua setzen. Da der Wind fast von hinten kam   – und später direkt von achtern erwartet wurde – reicht die Genua um mit guter Fahrt unserem Ziel entgegen zu cruisen. Der Wind tentierte Anfangs gegen 4/5 Böen 6  und stabilisierte sich bei 5 Bft. Unsere Navigationsinstrumente errechneten eine Ankunftszeit von ca. 16.00 Uhr. Es gab also keinen Grund unsere Fahrt mit mehr Segelfläche zu beschleunigen.  Ab und zu konnten wir Schauer hinter uns ausmachen. Wir hatten aber Glück und bekamen außer ein paar vernachlässigbaren Tröpfchen nichts ab.  Bald lag Korfu-Town querab an Backbord und wir zogen in Richtung Gouvia-Bucht mit fast halben Wind.  Gegen 15.45 fielen die Segel und unter Motor ging es zum Diesel nachfüllen und dann zur Heimatpier.

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Bei böigen Wind war es etwas schwieriger an die Pier anzulegen zumal die Situation von Mooring und Platz an der Pier etwas unklar war.  Letztlich klappte es aber leidlich in Verbindung  mit dem Anlehnen an ein Nachbarboot und einem kleinen Exkurs hinsichtlich dem belastbarem Belegen der Heckleine. Schnell war die Luvseitige Mooring vom Mooring-Man Gerhard belegt und es blieb Zeit die zweite Mooring zu diskutieren. Auch diese wurde dann noch erfolgreich genutzt und die diskutierte Alternative stellte sich als nicht brauchbar heraus .  Später zwang der doch recht kräftige Wind (6-7 Bft) uns dazu die Mooringlinen noch mal kräftig nachzusetzen.

Trotzdem können wir es als Punktlandung betrachten. Denn kaum saßen wir beim Anleger im Salon öffnete der Himmel seine Schleusen und es goß in Strömen. Wir konnten feststellen das unser Sonnendach “Neupfälzisch: Bimini” wirklich nur ein Sonnendach war. Regen hielt es keinen ab. Wären wir also nur ne Stunde später eingelaufen hätten wir uns das Duschen sparen können.

Tag 8  Wir machen gemeinsam und getrennt Korfu-Town unsicher.

Werner hat es im Führer gelesen und Hans-Joachim hat die Busfahrlinie noch genauer ausgekundschaftet. Und so nutzen wir für 1,50 je Nase den Bus in die Stadt. Trotz kühlem Wind ist die Stadt noch immer von einigen Touristen bevölkert. Neben Bars, Cafes, Restaurants stehen die Einkaufsgassen der Altstadt und die venezinischen Verteidigungsforts in der Gunst der Besucher.

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Einen heftigen Gewitterschauer saßen wir dann einfach kulinarisch aus. Sprich wir waren rechtzeitig in einem Restaurantzelt mit Aussicht aufs Meer in dem uns köstlich und mit Blitz und Donner aufgetischt wurde. Wenngleich nicht alle sicher waren ob die Konstruktion dem Wind standhält wurden den Speisen doch lustvoll zugesprochen..

 

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Tag 9 Korfu Ausflug mit dem Mietauto

Mit einem Miet-VW-Bus machten wir die Insel unsicher. Skipper Raimond holte den Bus am Flughafen und uns dann damit am Boot ab. Damit war dann übrigens auch unser Transfer zum Flieger am nächsten Tag geregelt.

Der Skipper vermisste wohl seine beiden Gashebel des Kats und würgte den Bus erst mal ab – na ja Automatikfahrer halt. Ansonsten brachte er uns aber zunächst sicher  zum Kloster  Paleokastritsa.

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Daran schloß sich dann noch eine Umrundung der nördlichen Inselseite an mit obligatorischer Rast.

 

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Hier unten sieht man übrigens Albanien genauer die Stadt “Sarandä” und in den Bergen im Hintergrund den Wintereinbruch.

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So haben wir unseren Urlaub verbraucht. Noch eine Nacht an Bord der Athena 38 Pergamos und dann früh auf den Flieger nach Deuschland (kein Streik). Dann die letzten Meilen – äh Kilometer nach Wörth. Dort stiegen Gerhard, Hans-Joachim und Werner in Ihr zwischengeparktes Auto um und mussten feststellen das macht keinen Mucks mehr.

Nullo-Problemo.   Raimond hat Überbrückungskabel und sogar ne Zusatzbatterie zur Hand. Also geht doch – wäre ja auch eine gewisse Ironie nach 206,6 Seemeilen in Wörth zu stranden.

Von den 206 Sm konnten wir 100 sm unter Segel zurücklegen. Die Bordkasse die alle Kosten (ohne Flug und Charter) abdeckte kam mit weniger als 500.- pro Nase aus.

Das wurde begünstigt durch die günstigen Liegegebühren.  Flug und Bootsanteil pro Nase etwa ebenfalls 500.- Euro.  Da der Törn ein wenig von Raimond abhing wurde eine Reiserücktrittversicherung für den Fall der Fälle abgeschlossen die Flug und Charter absicherte. Diese ist von der Bordkasse übernommen und ist somit im persönlichen Anteil der Crew enthalten.

Abgesehen von den Hindernissen Albanien betreffend hat alles reibungslos geklappt was natürlich immer auch eine Crewleistung ist.

Die Region ist als Windschwach gekennzeichnet. Nun das kann begrenzt so bestätigt werden. Wenn man wie wir mit dem Kat auch mal in Buchten übernachtet ist das nicht unbedingt ein Nachtteil. Wer gerne engagiert  segeln möchte ist hier etwas fehl am Platz.

Katamarane sind wegen des hohen Gewichts seglerisch nicht unbedingt eine Offenbarung aber auch nicht langsamer als Kielboote. Der Platz, der Komfort und das man (tunlichst) ohne Krängung segelt sowie der geschützte Salon mit Rundumsicht haben aber für entspannte Urlaubstörns schon etwas. Auch das Cockpit sowie die Liegefläche auf dem Trampolin stehen schon im Kontrast zur relativen Enge der Einrümpfer.

Was man in jedem Fall im Gegensatz zu Kroatien vermisst ist eine gute Infrastruktur für Segler. Selbst an Plätzen wie Parga oder Gaios wo Abend für Abend 20-30 Charterboote anlegen gibt es keine Sanitäranlagen oder wie in Preveza trotz vorhandener Technik keine Funktion der Anlage.

Nun,  was dem einen (der Chartercrew) zu Leide ist, ist der Familiencrew zum Vorteil weil die Kosten zwischen 0 und 10 Euro pro Liegeplatz  – große Marinas ausgenommen – natürlich angenehm sind.

In diesem Sinne Raimond

Korfu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warnemünde 2014 Deutschlandpokal

Beim Deutschlandpokal der SG-Stern der in Warnemünde ausgetragen wurde konnten wir  Platz 6  erringen.

Im Kampf gegen 32 Teams aus den unterschiedlichen Standorten des Mercedes-Konzerns mußten wir uns nach einem Trainingstag auf einem per Los zugeteilten Boot an zwei Wettkampftagen behaupten. Neben 2 Mitteldistanz Wertungen bei schwachen Winden, die wir jeweils unter den Top10 absolvierten, ging es am Samstag bei auffrischenden Winden auf die Langstrecke. Ein Strafkringel kostete uns einige Plätze. Am Abend reichte es dann für Platz 6.  Wetter, Wind, Crew und Boot haben für tolle Wettkampftage gesorgt und der ausrichtende Club hat uns bestens betreut. Wir lagen direkt im Hafen Hohe Düne und wurden im dortigen Kongresszentrum versorgt. Dank an die Crew, den Vercharter und ganz besonders an die SG-Stern Bremen die alles so trefflich organisierten.

Die Crew:  Raimond Herrmann, Thomas Göbel, Martin Kolb, Alexander Gotta, Stephan Seelbach.
Das Boot eine Jenneau 375
Austragungsort: Warnemünde / Hohe Düne

 

 

 

100 sm rund um den Bodensee

 

 

Wochenend-Törn “ijesselmeer”

Kanäle, Seen, Schleusen, Brücken und Häfen – Friesland!

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Alle Bilder ansehen ….

Friesland und das Ijesselmeer (der Niederländer nennt das Meer “See”  und einen See “Meer”)  sind wohl die Wassersportregionen in Europa die auf einzigartige Weise Binnengewässer, Off-Shore und eine unendliche Anzahl an oft besegelbaren Kanälen bieten.

Gerade am Wochenende hat man das Gefühl  ganz Friesland und die Wassersportler aus dem nahen Ruhrgebiet sind alle auf dem Wasser. Dabei geht es erstaunlich entspannt zu. Es scheint die Parole leben und leben lassen gilt bedingungslos als die Hauptphilospie. So kann man durchaus einer Boots-Mischung vom  Opti über den  Laser, jeder Menge Tuckerboot, Jollen, kleinern und größeren Segel und Motoryachten begegnen die  segelnd oder per Motor in friedlicher (friesischer!) Koexistenz  auf den Kanälen unterwegs sind.

Dennoch ist für alle Platz und wo es eng wird rückt man eben noch enger zusammen.

Fast glaubt man Boote (insbeondere Segelboote) haben gegenüber dem Strassenverkehr Vorfahrt. Ob Brücken oder Schleussen, immer wieder muss der Autoverkehr mal warten bis Brücken passiert sin oder die Schleuse ihre Arbeit verrichtet hat.

Nun die Anfahrt an einem Freitag (Urlaubszeit war etwas anstrengend) die rund 550 km ab Karlsuhe die man sonst bis Lemmer in 4-5h bewältig zogen sich ein wenig hin.

So mußte Willy Göbel der mich eingeladen hatte  ein wenig warten bis ich endlich in Lemmer ankam. Kurzentschlossen machten wir noch eine Abendtour durch die benachbarten Häfen. Überwältigend viele Anleger, Boxen, Häfen und Häuschen mit Anlegern befinden sich alleine im Gebiet “Brekken”.  Das ist nur ein kleiner Teil der Wasserfläche und  trotzdem hat alles einen beschaulichen Charme.

Segeltag:

Für den Samstag waren sich widersprechende Wettermeldungen im Umlauf.  Wir haben uns einfach die passende Meldung ausgesucht und nach der Passage der großen Schleuse konnten wir bei gutem Wind Enkhuizen anlegen. Willi und sein Boot konnten sicht gut im Feld der größeren Boote  behaubten und wir nahmen diesen oft noch Meter für Meter ab.

Kurz vor Enkhuizen ging der Wind dann in die Knie und der Diesel musste noch für ne knappe Stunde ran. Der Gemeindehafen war schon sehr voll. Kein Problem man geht eben ins 4er 5er oder gar 6er Päckchen. Da gibts keinen Unmut das ist hier so und gehört zum Hafenflair. Wer es ruhig haben will geht in kleiner Marinas oder vor Anker. Eine schöne Alternative für Wasserwanderer sind die Marrekrite.  Inzwischen gibt es in Friesland etwa 260 solcher Anlegestellen. Die Liegeplätze der Marrekrite sind kostenlos, wenn Sie einen Marrekrite-Wimpel am Boot führen (einmalig 13 Euro). Marrekrite sind oft sehr naturnahe romantische Anlegestellen ohne besondere Logistik von Vereinen gepflegt. Im Prinzip einfache Wasserrastplätze mit Mülleimer z.B. mit Zelt- und Grillerlaubniss.

Kaum waren wir festgemacht und hatten uns am nahen Frittenstand gestärkt  und hatten überlegten  wir ob Landleinen zur Entlastung ausbringen, da  wurde der Himmel dunkel.

Die Entscheidung wurde uns abgenommen. Ein weiteres Boot ging längseits ins Päckchen und unser Plan war es das dieses nun die richtige Crew für das Ausbringen von Landleinen sei (natürlich mit unserer heldenhaften Hilfe 🙂 .    Doch zunächst wurde die große Schiffswaschanlge angeworfen. Sprich kräftige Schauer wollten gemütlich unter der Kuchenbude abgewettert werden.  Das war bald vorbei und es konnten alle seemännischen  wichtigen Aufgaben wie ein Anlegerdrink und natürlich die Landfeste  und später der Landfall in Angriff genommen werden.

Lebhaft, familiär und beschaulich  – das passt alles auf Enkhuizen.  Und so kehrte dann auch langsam Ruhe im Hafen ein.

Sonntag:

Schon bald nach dem Frühstück zog es uns hinaus. Der Wind war mit 3-4 bft eigentlich ganz gut aber zu achterlich für unsere möglichen Kurse bei normaler Besegelung.  Nach etlichen Erwägungen entschieden wir uns Spi zu segeln.

Die etwas unkonventionelle aber wirksame Art von Willi den Spie zu setzen führte bei mir erst zu ein paar neuen grauen Haaren und dann aber ganz schnell zu  viel Segelspass.  Dem Wind geschuldet legen wir Kurs zurück nach Lemmer.  Dabei zogen wir an Booten die sich nur von der Genua ziehen liessen und auch an einem Plattbodenboot vorbei. Erst kurz vor der Schleuse verbannte Willi den “großen Bunten” wieder in seinen Segelsack und unter Motor ging es wieder durch die Schleuse.

Da uns der Spi schnell über das Meer gezogen hatte war Zeit und so machten wir noch eine ausgiebige Rundfahrt über Woudsend, Sneek und zurück über den Prinses Magrietkanaal zum Heimathafen.

Da haben wir in 2 Tage richtig viel Erlebnis hineingepackt.

Wer in der Region segeln geht sollte sich aber  ein bischen mehr Zeit mitbringen. Es gibt viele weitere “Meere” und man kann sich durchaus auch mal hinaus auf die Nordsee wagen. Da können selbst 10 oder 14 Tage noch kurz sein.

Und Willi – na der bleibt noch viele Tage und Wochen in der Saison P1040782 P1040671 P1040673 P1040690 P1040699 P1040703 P1040752

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterseetörn mit dem Jolli “Sturmvogel”

Jollenkreuzer Törn auf dem Untersee (Bodensee)  An Bord von Sturmvogel: Adalbert (Albert) Glasenhardt und Gerhard Höhl

Liebe Segelfreunde/innen,

vom 13. – 18. Juli 2014 haben Adalbert Glasenhardt und ich (Gerhard Höhl),
den vor 2 Jahren unterbrochenen Segeltörn auf dem nicht so
bekannten Untersee (bestehend aus Gnadensee, Zellersee und Untersee)
durchgeführt.

Landschaftlich  sehr reizvoll: hügelige Berge, bewaldet oder bepflanzt
mit Weinreben, stille Buchten, schöne kleine Orte mit genügend
Marinas – siehe beigefügte Fotos…. .

Begonnen haben wir in Moos (gegenüber von Radolfzell) mit
einer Marina mit Gaststätte und Kran.
Am Montag motorten und segelten wir mit Genua durch den Zellersee
und Gnadensee zur Insel Reichenau, bekannt für ihren Gemüse- und Weinanbau.
Im Yachthafen Herrenbruck machten wir am Gästesteg langsseits fest.
Großer Sanitärbereich mit Kiosk.
Der Ort Mittelzell ist sehr romantisch mit altem Kloster und guten
Gaststätten, hier besonders zu erwähnen Zum Alten Mesmer.
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Am nächsten Tag fuhren wir unter Maschine in den Untersee bis kurz
vor Stein am Rhein und machten in Wangen in der Nähe von Gaienhofen
in der Marina fest. Wir speisten dort gut bürgerlich in der
Gaststätte Adler mit schönem Biergarten.

Am 3. Tag wurde es langsam heiss, ca. 31 Grad und das ohne Wind.
Unter Maschine fuhren vorbei an dem Schweizer Ufer an Steckborn,
Berlingen und Ermatingen in Richtung Konstanz.
Da es immer schwüler wurde, verzichteten wir auf den Besuch in
Konstanz, hätten auch unter den Brücken den Mast legen müssen,
und fuhren wieder auf unsere geliebte Insel Reichenau.

Hier blieben wir 2 Tage im Hafen, fuhren mit der Fähre nach
Allensbach und verbrachten einen Nachmittag im Schwimmbad auf der
Reichenau. Kühles Wasser im See und kühles Bier ließen es doch recht
erträglich werden.

Am Freitag fuhren wir wieder mit Maschine Richtung Radolfzell,
dort wollten wir eigentlich eine Nacht verbringen, doch
34 Grad Hitze ließ uns zu dem Entschluss kommen nach Moos zu fahren,
am Morgen zu Kranen und nach dem Mastlegen nach Hause zu fahren.

In den Häfen haben wir nette Leute getroffen, abends auch mal
zusammen Wein getrunken und viel Spaß gehabt.

Gerhard Höhl

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