Mit dem Segelboot im Hallenbad

Mit dem Segelboot im Hallenbad
Kenter Gaudi und Sicherheitstraining mit den Jüngsten

SCLF Segelclub Lingenfelds Foto.

Mit zwei ganz neuen Segelbooten der Optimistenklasse und 15 Jüngstensegler ging es am Samstag, den 23.April recht abenteuerlich im Hallenbad Römerberg zu. Mitten im Schwimmbecken tümpelten zwei kleine Segelboote. Nur der Wind fehlte. Aber es ging ja nicht ums segeln. Ein Sicherheitstraining für die Neueinsteiger stand auf dem Programm. Nach kurzen Erklärungen durch Matthias Böh, dem Jugendleiter des Segelclubs Lingenfeld, ging es dann ins Wasser. Zunächst sollte der Opti – so nennt man dieses Kleinboot – gekentert werden. Das war gar nicht so einfach. Selbst als 8 Kinder in den Opti kletterten, schwamm dieser noch immer. Nun halfen die Betreuer ein bisschen nach – schwupps landeten alle im Wasser und der Opti schamm kopfüber. Obwohl natürlich alle schwimmen können, bestand trotzdem Schwimmwestenpflicht.
Schliesslich sollte das Training so praxisnah wie möglich, aber auch sehr sicher sein. Alle übten nun das Boot wieder aufzurichten und hinein zu klettern. Auch wurde unter das Boot getaucht und festgestellt – da ist ja noch Luft. Besonderen Spaß macht es das Boot wieder leer zu schöpfen und die Betreuer nass zu spritzen. Alle hatten Ihren Spaß und haben viel Vertrauen zu sich und dem kleinen Boot gewonnen. “Sicher und mit Spass segeln lernen” – darum geht es den Verantwortlichen des SCLF (Segelclub Lingenfeld)
Hierfür hat man extra die neuen Boote angeschafft und ein Trainingsteam gegründet. Dann kann es ja nun auch bald auf dem Schäfersee, dem Heimatrevier des Clubs, zum nächsten Training gehen.

SCLF Segelclub Lingenfelds Foto.

SCLF Segelclub Lingenfelds Foto.

Kat-Training “Palma de Mallorca”

oder wie parkt man 8 x16 meter im engen Hafen!

Im Februar ist in der Bucht von Palma wenig los. Ein paar wenige Boote verlassen überhaupt den Hafen
Auch die Touristenboote, die in der Hochsaison ohne Unterlass ein- und ausfahren, blieben friedlich am Kai  liegen.
Also nichts wie hin mit dem Frühflug von Condor am Freitag damit wir um 10.00 Uhr an Bord sind.
Soweit also ideale Voraussetzungen sich  mal an einem großen Hochsee-Fahrtenkatamaran zu versuchen.
Kommt man den Steg entlang  und der Kat in Sicht hat man sofort den Ausspruch ” Man ist der dick” auf den Lippen.  
Selbst  50Fuss Kielyachten sehen ziemlich zierlich neben einer Salina 48 aus.

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Salina 48:  Crew beim Check des Bb Motors
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Das setzt sich fort wenn man das Boot betritt.  Ein riesiges Cockpit mit Platz für mindestens 15 Personen, eine zusätzliche
Sonnenplattform im Heck, darunter die Aufhängung für das Festrumpfschlauchboot. Ein Salon mit Küche wie in einem Appartement
mit ungetrübtem rundum Blick und davor nochmal Badedeck und das Trampolin.  Dabei hat man noch gar nicht die
Kabinen in den Schwimmern gesehen.

 

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Blick in den grossen Salon – links im Hintergrund die Pantry
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In jedem Schwimmer befinden sich 2 Doppelkabinen mit jeweils einem Dusch-Toilettenraum. Stehhöhe selbst für 190er Typen ist fast überall gewährleistet. Zu den erwähnten 8 Kojen  gibt es in den Bugspitzen noch 2 Notkojen sowie 
im Zwischengang jeweils eine weitere Schlafmöglichkeit. Der Salon ist dabei immer noch frei!Ist man eher die mehr oder minder schlanken  Kielyachten gewohnt kommt einem so ein “Vollschlanker” Kat irgend wie so
lang wie breit vor. Immerhin über 8 Meter in der Breite und ca. 16m Länge wollen  manövriert werden.

Aber gut das zu trainieren war ja der Plan und so fanden sich 9 Interessiert und mit Frank Lochte auch den richtigen Instruktor der diesen Kurs und sein Wissen anbot.  Nach den üblichen Instruktionen ging es dann auch schon raus aus der Lücke.Bugstrahlruder sucht man auf Kats in der Regel vergeblich schließlich  hat man ja 2 getrennt bedienbare Motoren.
Schon beim Ausfahren aus der Box wird klar vieles ist nicht anders als bei den üblichen Dickschiffen und doch ein wenig anders.
Klar das wir bei der Kielyacht mit dem Heck in der Nähe der Mooringleine die Maschine in den Leerlauf schalten. Beim Kat mit den beiden Schrauben 
die ja weit außerhalb der Mitschiffsline arbeiten ist diese noch viel wichtiger. Das ist was ich meine mit  “vieles ist gleich und doch ein wenig anders”.Kaum raus der Lücke zwischen zwei anderen Schiff geht es nur zur Sache. Mit der Kraft der 2 Motoren wollen wir nun Anleger mit dem Heck an die Pier üben.
Zunächst an der völlig leeren Stadtpier. Wunderbar wie man den Kat mit den beiden Gas/Schalthebeln steuern kann.
Beide Maschinen lassen sich z.B. gegenläufig nutzen. Hat der Kat keine Fahrt mehr kann man mit dieser Technik auf der Stelle drehen.
Man(n)  und  auch Frau ist versucht beim Rücksfahren mit dem Steuer zu lenken. Mit den Maschinen geht es besser!

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Hier ist z.B. der Backbordmotor auf Fahrt Rückwärts und der Steuerbord auf Neutral gestellt. Bei langsamer Fahrt achteraus wird der Kat so rückwärts nach Steuerbord drehen /ziehen!
Beim Anlegen an die Pier wird nicht mit dem Ruder gesteuert (das reagiert eh kaum oder nicht bei langsamer Fahrt achteraus) sondern wie bei einem Kettenfahrzeug mit den Motoren. Im Prinzip eine Kombination von Ausrichten, Fahrt und ggf. einseitigem Zug oder Aufstoppen um Position, Geschwindigkeit und Richtung zu optimieren. Klingt einfach und wäre es auch, wenn man es schon 10x geübt hätte und kein Wind weht.  Bei den ersten Übungen ist fast kein
Wind und das ist auch gut so.  Langsam kommt ein wenig Sicherheit an den Hebeln und auch ein wenig Wind von der Seite auf.
Nun muss eben die Abtrift  (stärker als bei vielen Kielyachten) ausgeglichen werden.
Nachdem alle doch recht erfolgreich an die gewünschte Position nahe der Pier gefahren sind wollen wir mal das Thema Segeln angehen.  Handhabung, Bedienung, Segelausstattung sind nicht  grundsätzlich anders. Und der Wind forderte auch gleich ein Reffen von Gross und Genua.  
Keine Krängung die das Schiff sich wegducken lässt oder an das Reffen erinnert. Das Rigg muss alles aushalten oder eben nicht. Unter selbst ernannten Spezialisten wird immer  wieder heftig diskutiert  – kann der Kat  kentern oder bricht aufgrund der hohen Anfangsstabilität etwa der Mast.  Ich denke mit falscher Handhabung und entsprechenden Wellen oder Windsituationen ist beides machbar – muss aber nicht sein – und es lässt sich in der Regel vermeiden!

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Am Wind läuft der Kat nicht mit dem Potential das man erwartet. Hoch am Wind gar ist die Geschwindigkeit zwar ähnlich wie bei einem Kielboot – aber mit sehr viel Abtrift.  Mehr Potential ist  mit halben und raumen Wind  gewährleistet.  Und so gilt,  wie ja auch bei den kleinen Strandkats, die bessere Geschwindigkeit rechtfertig leichte Umwege auf Kursen am Wind
und auch bei den Downwind-Strecken. Will heißen –  selbst wenn das Ziel genau mit dem Wind zu erreichen  wäre kreuzt man mit ein paar Halsen vor dem Wind.  Das ist einerseits schneller und andererseits sicherer da das Groß definiert auf einer Seite steht und so leichte Steuerfehler verzeihen kann.
Die Werftangaben sind was die Geschwindigkeit betrifft allerdings immer zu optimistisch. Ermittelt mit leeren Kat´s und bei glattem Wasser.
Also ein wenig fern der Praxis. Was das Reffen betrifft – da das Boot nicht sehr viel Rückmeldung gibt findet man in der Bedienungsanleitung
und bei den Charterpapieren (oft direkt am Navitisch aufgeklebt)  eine Reffanweisung.

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Was wie und wann ist da nach Kurs, Wind und eventuell nach Welle bestimmt. Kats werden  zu recht  schlechter Wendeeigenschaften nachgesagt. Während Boot mit nur einer Nase diese recht leicht durch den Wind bekommen muss man bei Kats gerade bei Welle ein bisschen mehr tun.  So kann man die Genua ein wenig back stehen lassen oder
vorher noch ein wenig Schwung durch leichtes Abfallen mitnehmen. Wichtig ist  weich aber zügig  Ruder  und Kurs zu  legen.  Will es gar nicht klappen kann man  ggf. mit achteraustreiben und  ensprechend steuern den Bug wechseln oder kurz mit einer der Maschinen
auf den neuen Bug schieben. Beim Training klappte es mit der Methode “Back halten” und zum Teil  auch ohne dieses längere stehen lassen der Fock ganz gut. 
Eine Alternative ist natürlich halsen. Mann sollte es ohnehin als sinnvolles Katmanöver schätzen lernen und kann es ggf. anstelle einer Wende  nutzen. Bei langen Schlägen kein Nachteil, beim harten Aufkreuzen in engen Revierabschnitten natürlich unbrauchbar.  
Wir haben die Standardversion der Halse geübt.  Kurs raumer Wind – dicht die Grossschot – rund achtern und auf die Grossschot.
Bei leichten Winden und noch guter Manövergeschwindigkeit kann man auf die Winschkurbel verzichten und das Groß von Hand führen.
Viele Kats haben einen Traveller der oft über das ganze Brückendeck oder die ganze Schiffsbreite geht. Hier bietet sich an den Grundtrimm über die Großschot
zu realisieren und den Feintrimm über den Traveller  zu fahren. Die  Vorteile sind: Das Segelprofil bleibt durch die Großschot identisch der Anstellwinkel zum Wind wird über den Traveller  gesteuert.  Abweichung von dieser Technik  gibt es bei besonders schwachem
Wind – hier fährt man den Traveller in Luv bei leicht gefierter Großschot –  und  bei stärkerem Wind – da nutzt man den Traveller um bei einem sonst flach getrimmten Segel durch Öffnen des Anstellwinkels überschüssigen Wind zu entsorgen.
Der Kurs war aber kein Trimm-, sondern ein Skipper- und Handhabungstraining und so haben wir aus Bequemlichkeit den Traveller nicht genutzt. 

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Rückwärts in die passende Lücke!

Nach einigen Manövern war es dann Zeit  in den Hafen zurückzukehren.  Die ersten Anleger in die Box und nicht mehr an die verwaiste Kaimauer  waren angesagt. Dank Frank Lochtes ruhiger  Art die Steuerleute zu  unterstützen klappte  es hervorragend.  Trotzdem immer wichtig – Fender, Fender und Fender – denn wenn´s mal knapp wird wollen wir doch trotzdem  wieder unsere Kaution!

Natürlich haben wir uns den Kurstag durch ein feines Abendessen in einer Tapasrestaurant noch optmiert. Die Altstadt  grenzt fast an den Hafen an.  Aber das gehört hier jetzt nicht zum Bericht. Nur soviel sei erwähnt – wer Tapas, Gesang  und spanische Gitarre kombinieren möchte geht ins La Paloma.  Nach der Kathedrale links in die Stadt  – kann man nicht verfehlen.

Am Samstag nahmen wir die Manöver wieder auf und vertieften unser Können. Zusätzlich zu den  gefühlten 50 Anlegemanöver übten wir das Ankern und natürlich auch wieder ein wenig die Segelmanöver.  Beim Ankern gilt was auch für alle anderen Boote gilt. Einzige Abweichung,
es ist wichtig  die Ankerkette mit Hilfe eines Hahnepots mit beiden Bugspitzen zu verbinden. Das verbessert den Drehpunkt, schützt die Ankerwinsch und reduziert nächtliches Kettenknirschen.

Bei Tagestemperaturen um 10° waren wir für jeden Sonnenstrahl dankbar. Nachts fielen die Temperaturen auf ca. 0°  wir kämpften dagegen mit Heizlüftern etwas an. 

Der Sonntag stand dann im Zeichen  des Wiederholens aber auch Längseits anlegen stand auf der Agenda. Das stellte zwischenzeitlich niemand vor Probleme. Natürlich kann man, entsprechend gefendert, auch eindampfen um das Heck für das neue Ablegen abzuklappen.  Bei schwachem Wind schenkt man sich die dazu sonst übliche Vorspring da  man den Kat einerseits gut auf der Stelle
halten kann und die Trägheit des Bootes ein Abklappen des Hecks ohne nennenswert Fahrt voraus erlaubt. Wir gesagt  ohne Wind vom Wasser!

 So gingen 3 Übungstage im Fluge zu Ende und wir mit dem Flug nach Hause. Ich glaube alle haben einiges an Sicherheit für Katmanöver
mitgenommen und das war doch schon sehr lohnend.  Und  Frank Lochtes ruhige und qualifiuzierte Instruktion hat sicherlich viel dazu beigetragen.

Und zumindest für mich kann ich sagen, dass ich die Wahl möglicher Charterschiffe und Törns durchaus mit gutem Gefühl auch auf Fahrtenkats ausdehnen werde.  Gerade wenn Baden, Urlauben und weniger das sportliche Segeln im Vordergrund stehen und vielleicht auch das
Revier nach bequemer Autarkie mit Komfort verlangt  bietet der Kat dieses. Wenn es um sportliches Segeln geht bleibe ich den Einrümpfern treu. 
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Klaus Hedrich zum Thema Bodenseepatent

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Liebe Segler,

Euch Allen wünsche ich eine schöne Segelsaison 2010 und auch sonst Alles Gute. Hier das Ergebnis meiner Führerschein – Recherche Bodenseepatent A+D.  Frau Hoheneder DSV Führerscheinabteilung hat mir folgende kompetente Infos zukommen lassen:Bodensee Patent A+D (Segelboot, Motor > 4,4 kW Leistung) hat folgende Prüfungsteile, für die => DSV Scheine als Nachweis anerkannt werden:

  • Praktische Segelbootprüfung => Sportbootführerschein Binnen / Segel oder A – Schein bis 03/1989 SKS
  • Theoretische Segelfragen => dto.
  • Praktische Motorbootprüfung => Sportbootführerschein Binnen / Motor oder Sportbootführerschein See [= alte, auch gültige Version: Sportbootführerschein]
  • Theoretische Revierfragen – diese Prüfung ist in Friedrichshafen oder Stuttgart Vaihingen abzulegen. Vorbereitung mit Literatur oder CD. Fragen: Multiple Choice.

Was braucht man noch: online Antrag, Passbilder, ärztliches Attest. Alle Unterlagen und Literatur sind auf der angehängten Internetseite zu finden.Also: überschaubarer Aufwand + Kosten – mache ich am 19.02 oder 12.03.Biete nach Abstimmung Mitfahrgelegenheit für weitere Prüfungsanwärter.Beste Grüße

Klaus