Bodensee RundUm 2017

Langstrecken Nachtregatta für Kielboote

 

Gute Platzierung für SCLF Crew mit Luft nach oben !

Eine Crew des SCLF, bestehend aus Niklas Gerbes (Vorschiff/Spi und Ausguck) Klaus Gerbes (Steuermann und Trimm) Wolfgang Staub (Steuermann und Trimm) Raimond Herrmann (Pit, Navigation und Trimm), nahm teil. Das Boot, eine International 806, fährt in der Gruppe „Kleines blaues Band und wird auch in der Klasse der 806er gewertet.

Beim letzten Ausflug an den Bodensee hatte ich das Boot schon ausgeräumt um die Regattacrew unterzubringen. Das Ausräumen hat nicht viel genutzt es wurde wieder einiges auf das Boot gepackt.

Nun gut während unsere Konkurrenten mit leeren Booten den Regattatrimm optimieren können (die Typen leben ja am Bodensee) war die Alena ja auch Schlafplatz und Hotel für die Crew!

Doch zunächst nutzten wir den Feiertag zur frühen Anreise und einem Training bei den Kressbronner-Seglern. Wir trainierten Starts (machmal  3 Starts in 16 Minuten), Time to Distanz, kleine Wettfahrten und Wenden auf Kommando. Kein schlechtes Trainingskonzept. Mal sehen ob wir dass auch selbst so realisieren können. Natürlich kam auch ein Sprung ins kühle Nass nicht zu kurz.

Am Freitag liefen wir dann nach Lindau um unsere Startnummer abzuholen. Den Weg dorthin nutzten wir für ein Spi-Training bei 3-4 Bft.

Gegen 19.00 Uhr wird dann der ganze Hafen des LSC unruhig. Alle wollen rechtzeitig auslaufen um spätestens 19:30 an idealer Position an der 2200m langen Startlinie zu sein.  Das kreuzen und Manövrieren im Feld von über 300 motivieren Regattateilnehmern ist gleichermaßen Anspruchsvoll wie spannend. Da ist ein Ausguck auf dem Vorschiff echt wertvoll.

Starschiff war der Raddampfer Hohentwihl – hier ca. 15Minuten vor dem Start

Raum, Raum, Raum…

Ja das könnt Ihr euch sicher vorstellen was da beim Start los war. Alle wollten (mußten) luven, keiner wollte sich über die Linie drücken lassen und alle wollten am besten bei 0 mit Speed über die Linie. Am Schluss war man froh wenn man einen halbwegs akzeptablen Start hinbekam und suchte schnell nach einer Möglichkeit in freien Wind zu gelangen.

Der Wind, mäßig aus WNW, war ganz brauchbar. So konnte in Richtung der ersten Tonne gekreuzt werden wobei der Leg mit Wind von Stgb. immer besser wurde. Dennoch musste ab und zu auf dem anderen Bug Höhe geholt werden. Hier wird es etwas knifflig und die Crew muss bereit sein schnell zurück zu wenden.   

Das Wetter spielte auch mal mit. Nass wurden wir nur von der eigenen Gischt.

Um 22.39 passierten wir die erste Wendetonne bei Romanshorn. Zwar ist deren Position ungefähr bekannt – es ist aber trotzdem immer eine spannende Suche bei Nacht bis man das Blitzlicht ausgemacht hat.

Nun ging es, immer noch auf der Kreuz weiter zum Eichhorn. Das ist der Landzipfel zwischen Überlinger See und dem Konstanzer Trichter.  Etwas müde segelten wir lange Schläge und nutzen freies Wasser um auf dem Bug ohne Vorrecht Höhe zu machen. Das wurde prompt mit einem Winddreher gegen uns bestraft. Alte Weisheit: Zu lange Schläge zur Anlegelinie sind bei jedem Winddreher von Nachteil.

Nun gut der Navigator nutzte die Zeit für ein kleines Nickerchen während die Crew sich zur Tonne kämpfte. Um 1.25 Uhr wurde diese gerundet, der Navigator wachte auf, legte den Kurs mit 110grad fest und übernahm als „Pit“ seinen Job beim setzen des Spi´s.

Unter Spi, mit ein paar Mal shiften, ging es wieder Richtung Lindau. Schon bald dämmerte es und wir konnten die vorgeschriebenen Rettungsweste und die Notblitze ablegen und auch die Navigationslichter löschen.  Strom an Bord ist etwas knapp und an der Verlegung der 12Volt Stecker sowie der Kontrollleuchte muss der Eigner noch etwas arbeiten.

Unter Spi sind die Bootsgeschwindigkeiten erstaunlich gleich. So segelt man Stunden quasi in kleinen Pulks Richtung Ziel. Lediglich wenn ein Boot höher oder tiefer segeln kann oder will ändern sich Position u.U. nennenswert.

Irgendwann kommt dann endlich Lindau in Sicht und nach einem letzten Manöver und einigen erfolgreichen Positionskämpfen nehmen wir den Spi weg und gehen am Wind als 30 unserer Gruppe, als 58 Boot von allen und als 4 unserer Bootsklasse durchs Ziel.
Zieldurchgang 7.44 nach 12h und 14 Minuten

https://1drv.ms/a/s!Apqiswf3CKMbi2GCrsIGju0v-BF7

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