Fahrtensegeln in Friesland/Holland (Ein Beitrag von Gerhard Höhl)


Fahrtensegeln in Friesland/Holland

Wir, Wolfgang Staub und Ich (Gerhard Höhl) befuhren mit dem Jollenkreuzer Sturmvogel, 6.50 m  vom 21.-29.Mai 2017 das Segelrevier Friesland östlich des Ijsselmeers. Friesland besteht aus 1200 km Seen und Kanälen, die zu einem großen Teil von Booten befahrbar sind.

Kurzbeschreibung des Fahrtengebiets

Unter Segel und Motor zurückgelegt:  210 km

Heeg, Ijst, Sneek, Akkrum, Grow, IJst, Bolsward, Workum, Gaastmeer, Sloten, Balk, Woudsend, Heeg

 Weiter lesen – Ausführlicher Reisebericht

Eingesetzt wurde der Jollenkreuzer auf dem Campingplatz in Heeg am Heeger Meer, dem größten See Frieslands.  Von dort ging die Bootstour nordöstlich über Kanäle nach IJlst , einem  kleinen Ort mit hübschen Gartenanlagen am Kanalufer und weiter nach Sneek, der größten Stadt in diesem Gebiet.  Durch etliche Brücken fuhren wir auf den Grachten mitten in die Altstadt und blieben dort über Nacht. Nach dem Frühstück besichtigten wir die Altstadt und aßen unseren 1. Fisch einen Lekkerbek (Kabeljaufilet in heißem Öl gebackenen).  Sehenswert ist in Sneek das Schifffahrtsmuseum. Unter Motor befuhren wir bei heftigem Wind das Sneeker  Meer und verwinkelte Kanäle nach Akkrum, wo wir in dem Passantenhafen  ganz allein  einen schönen Liegeplatz  belegten. Beim Abendessen an einer Sitzgruppe neben dem Boot kam die Hafenmeisterin des Ortes und kassierte die Hafengebühr. Wir wollten sie zu einem Glas Wein einladen, sie musste aber noch in einem anderen Teil des Ortes die Hafengebühr erheben.  Außerdem wollte sie am nächsten Tag mit einem Segelboot  zu den Inseln Texel und Terschelling segeln. Wir schenkten ihr eine Flasche Rotwein, die sie mit auf die Segeltour mitnehmen wollte.

Am nächsten Tag fuhren wir über Kanäle zu dem malerischen Ort Grow, den wir nach einem Kaffeehausbesuch zu Mittag wieder verließen und über den Prinses Margriet Kanal  erreichten wir das Sneeker Meer, wo wir wieder segeln konnten. Durch etliche Brücken an denen wir nie lange warten mussten durchquerten wir Sneek  und  erreichten am Spätnachmittag IJlst,  wo wir mitten im Ort  für die Nacht blieben. Dusche und Toilette gleich nebenan.

Zur Kanalfahrt nach Bolsward mussten wir zum ersten Mal an einer Brücke längere Zeit warten, die weiteren Brücken einschließlich einer Eisenbahn Drehbrücke  öffneten sich sofort. In Bolsward hätten wir 1 Stunde zur Mittagszeit warten müssen, deshalb motorten wir weiter nach  Workum, einem  romantischen Städtchen, wo wir im Hafen mitten in der Stadt einen Liegeplatz  bekamen.  Auf dem Platz mit Kirche und der alten Waage ließen wir uns bei einem italienischen Restaurant  die Spaghetti und den Salat schmecken.  Im Hafen wurden wir von einer Segelcrew zu einem Münsterländer Kräuterschnaps eingeladen, dort stammten die Segelkameraden  her, bei einem blieb es nicht. Wir revanchierten uns mit einer Flasche Rotwein, fanden aber noch rechtzeitig den Absprung wollten wir doch am nächsten Tag  weiter gen Süden.

Nach der Durchfahrt von 3 Brücken erreichten wir nach einer kurzen Kanalfahrt das große Gaastmeer,    einem beliebten  Ausflugsort wo wir uns in einem Cafe den Nusskuchen und Oranjekuchen schmecken ließen.  Im Heeger Meer wehte eine steife Brise und wir segelten in Richtung Woudsend, das an einem Kanal liegt. Hier war durch den Feiertag ( Christi Himmelfahrt) reger Schiffsverkehr, alle Liegeplätze am Ufer belegt, sodass wir uns entschlossen nach Balk am Sloter Meer zu segeln. In Balk legten wir im Kanal an und marschierten in Richtung Ortsmitte, ein langer Weg, nur der Genuss einer grossen Eisportion rettete uns, denn es wurde jeden Tag wärmer. Bei der Gelegenheit lernten wir eine Familie aus Utrecht kennen.

Wir wollten eigentlich weiter nach Lemmer, das am Ijsselmeer liegt, doch die Erfahrung mit den überfüllten Häfen ließ uns davon abkommen. So segelten wir nach Sloten, wo wir an einem Schilfgürtel an einem neuen Steg festmachen konnten. Am Abend grillte Wolfgang  in der Plicht Würste und Fleischspieße, dazu gab es Dosenbier.

Mit Rita und Willi Goebel vom Germersheimer Seglerclub, die in Lemmer einen Dauerliegeplatz für ihr Segelboot gemietet haben, verabredeten wir uns  am nächsten Tag für den Nachmittag im Passantenhafen in Heeg. Davor fuhren wir wieder nordwärts über Woudsend ins Heeger Meer, wo wir mit Halbwind 5-6 Windstärken  in Richtung Stavoren segelten. Kurz vor Stavoren  wurde in einer Kanalverengung der Wind noch stärker, daher entschlossen wir uns bei dem dichten Schiffverkehr umzukehren und nach Heeg zurückzusegeln. Im Passantenhafen von Heeg legten wir an und kurze Zeit später kam auch das Ehepaar Goebel mit ihrem Schiff an. Nach einem Begrüßungstrunk holten wir alle unsere Essensvorräte und ließen uns das Abendessen mit Bier und Wein schmecken.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege wieder. Rita und Willi fuhren südwärts Richtung Lemmer, Wolfgang und ich segelten am Vormittag bei 5-6 Windstärken auf dem Heeger Meer, machten Rast auf einer kleinen Insel und wollten um 16.00 Uhr in Heeg 2 Brücken zu unserem Ausgangspunkt passieren. An der 1. Brücke sagte uns die Brückenbedienerin, dass die 2. Brücke defekt sei. Da die Reparaturzeit ungewiss war, beschlossen wir bei einer Dame, die sich am Kanal im Liegestuhl sonnte, anzulegen was sie auch erlaubte. Wir legten an der Spundwand an, legten den Mast und bedankten uns mit 1 Flasche Rotwein. Gut, dass wir genügend mitgenommen hatten. Wir tuckerten ganz langsam auf die Brücke zu, halb unter der Brücke stellte sich heraus dass der Mast 5 cm zu hoch war, wir lösten am Bug den Gummispanner etwas und Wolfgang drückte das Mastende etwas nach unten, so reichte es für die Durchfahrt.

Den letzten Abend verbrachten wir an der Gracht in Heeg in einem Restaurant  mit einem ausführlichen Fisch- und Fleischgericht mit viel Gemüse. Beim Rotwein auf dem Schiff wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Tag  wollten wir ja heimfahren, doch am Morgen regnete es erst mal 1 Stunde, doch dann kam wieder die Sonne.  Wir holten das Boot aus dem Wasser, beluden das Auto und machten uns auf den Heimweg.

Fazit: Dank des schönen Wetters konnten wir unsere geplante Rundreise durchführen, wenn auch der Wind nicht immer aus der gewünschten Richtung wehte.  Wir haben nur einen Teil von Friesland befahren, es gibt noch viel zu sehen – bis zum nächsten Mal.

Text und Bilder: Gerhard Höhl

 

Warnemünde 2014 Deutschlandpokal

Beim Deutschlandpokal der SG-Stern der in Warnemünde ausgetragen wurde konnten wir  Platz 6  erringen.

Im Kampf gegen 32 Teams aus den unterschiedlichen Standorten des Mercedes-Konzerns mußten wir uns nach einem Trainingstag auf einem per Los zugeteilten Boot an zwei Wettkampftagen behaupten. Neben 2 Mitteldistanz Wertungen bei schwachen Winden, die wir jeweils unter den Top10 absolvierten, ging es am Samstag bei auffrischenden Winden auf die Langstrecke. Ein Strafkringel kostete uns einige Plätze. Am Abend reichte es dann für Platz 6.  Wetter, Wind, Crew und Boot haben für tolle Wettkampftage gesorgt und der ausrichtende Club hat uns bestens betreut. Wir lagen direkt im Hafen Hohe Düne und wurden im dortigen Kongresszentrum versorgt. Dank an die Crew, den Vercharter und ganz besonders an die SG-Stern Bremen die alles so trefflich organisierten.

Die Crew:  Raimond Herrmann, Thomas Göbel, Martin Kolb, Alexander Gotta, Stephan Seelbach.
Das Boot eine Jenneau 375
Austragungsort: Warnemünde / Hohe Düne

 

 

 

100 sm rund um den Bodensee

 

 

10 Tage Segeltörn in Kroatien

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Auf der Route Trogir, Vis, Stari Grad, Markaska, Korcula, Lastovo, Hvar, Milna, Trogir  auf einer Bavaria 46C

5.10.
Sintflut bei der Abreise:

Auf dem Weg nach Stuttgart schüttete es wie aus Kübeln. Hoffentlich lässt der Flieger sich nicht beeindrucken. Das denkt man so halb schlaftrunken vor sich hin.
Der Flieger will ja schon um 5:50 abheben. Ihr wisst also wovon ich spreche wenn ich schlaftrunken meine und um welche Zeit wir uns da treffen müssen.
Um es vorweg zu nehmen, alles klappte und nachdem die Autos geparkt waren traf sich die Crew (Stenzels, Herrmanns und Klaus Gerbes) zum Einchecken.
Dann noch etwas warten und schon ging es pünktlich los. Die Sitzplätze waren reserviert und German-Wings zeigte sich von seiner besten Seite.

Sonne und 20° in Trogir

Am Flughafen erwartete uns die Morgensonne bei fast 20° und das Transfertaxi. Der Transfer zur Marina Seget Donji bei Trogir mit einem Geldwechsel Stop klappte bestens.
Im Gedanken machten wir uns schon damit vertraut erst einmal die Läden leer zu kaufen (Proviant) und dann Trogir anzusehen weil unser Chartervertrag einen Bezug unseres Boots erst ab
17:00 Uhr vorsah.

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Erstens kommt es anders und ……

Nach Erledigung einiger Anmelderformalien und dem ersten Drink des Tages (den zumindest die Damen auf der Clubterrasse genossen) wurde uns signalisiert das wir sofort vom Schiff Besitz ergreifen dürfen.
Das wollten wir uns nicht 2x sagen lassen und fingen an schnell zu organisieren. So wurde einem Teil der Crew der Einkauf aufgetragen und Kontakt zum noch fehlenden Teil der Crew, den Bognars, aufgenommen.
Franz und Heide waren nicht mit dem Flieger sondern mit dem Campomobil unterwegs. Schon etwas vorher und auch nach dem Törn war das so geplant. Da auch Franz von 17.00 ausging und so auch plante war er
natürlich überall nur nicht in der Nähe des Hafens. Aber er gab dem WoMo wohl die Sporen und so konnten wir beide bald begrüssen und uns auf dem Boot einrichten.

Alle Macht dem Wetter

Da die ersten Tage zunehmender Starkwind aus SSE angesagt war und zum Abend und am Folgetag Regen drohte wurde abgewogen ob wir im Heimathafen eingeweht oder lieber einen langen Schlag
weit raus auf Insel Vis segeln wollten. Da alle gerne los wollten und lt. Bootsmann des Vercharteres das Wetter und Regen am Folgetag sehr schlecht werden sollte war die Entscheidung für den langen Schlag schnell gefallen.

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Um 13:45 warfen wir die Leinen los und wir setzten erst unter Motor und später unter Segeln den Kurs auf Vis. War Anfangs sogar der Ort Vis anlegbar drehte der Wind später und es war noch der westliche Teil der Insel direkt anzusteuern.
Der Wind nahm, zumindest in den Böen, zu und wir mussten ca. 50% gerefft segeln. Um Höhe zu laufen wurde die Genua doch sehr eng getrimmt. Das nahm die Genua etwas übel und stellte den Dienst komplett ein. Ein Riss
in der unteren Bahn machte unserem Tatendrang den Garaus. Wir spielten die Optionen durch. Je in etwa 10 Sm waren Hvar oder eben Vis erreichbar. Da das Hafenhandbuch für den leichter erreichbaren Hafen an der Westküste “Komica” negatives berichtete
war klar das wir Vis auf Vis bevorzugen wollten. Also Groß als Stützsegel und die gerissene Genua gegen die Diesel-Genua getauscht. Es ging etwas mühsam gegen an. Das konnten wir etwas angenehmer für Schiff und Mannschaft gestalten
indem wir einen etwas moderateren Kurs zu den Wellen steuerten und in Landabdeckung erhofften die letzten Meilen bessere Verhältnisse zu finden. Dem war auch so. Gerade so zur Dämmerung kamen wir an und wurden von der Stadtpier an die neue Pier
Ortsteil Kut vermittelt weil dort der Starkwind besser abgehalten wurde. Übrigens lt. Wetterdienst sollte es trocken bleiben – aber wie so oft hat das Wetter nicht den gleichen Wetterbericht wie wir. Es regnete also auch noch ganz manierlich
was Franz leidvoll bestätigen kann, da er triefend am Ruder stand. Stadt, Restaurants und Hafen waren angenehm und es lagen noch ein paar Schiffe da. Im Restaurant dann einen Monsterfisch für alle – very lecker!
Duschen gab es keine – diese werden wohl erst nächstes Jahr gebaut und die im Stadthafen waren gute 20 Minuten entfernt. Aber wir hatten ja auf See schon “geduscht” und das Schiff bot ja alles nötige.

47 sm Wind: ESE 5-6 Böen 7

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6.10.
Vis, die Fähre und der “chinesische Segeltransport”

Hafentag war angesagt denn wir musste irgend was mit dem gerissenen Segel regeln. Die Charterfirma gab uns mehrere Optionen zur Wahl. Wegen des Hafentages und um Vis in Ruhe zu erkunden entschieden wir uns das Segel via Fähre ersetzen zu lassen.
Während wir also im Bistro des Stadthafens alle Kaffeesorten und diverses Hüftgold probierten dazwischen den Friedhof und die Stadt besichtigten, schwamm also unser Ersatzsegel im Bauch der Fähre heran. Um 13:30 konnte ich völlig unbürokratisch,
also quasi entspannt kroatisch, den avisierten gelben Sack mit der Genua von der Fähre abbergen und feststellen: Verdammt schwer das Ding. Franz nahm sich des Problems an und charterte ein Fahrrad auf das wir die Last, so wie man das aus Filmen über China etc.
kennt, packten und somit den Transport vornahmen. Franz radelte zurück (wurde wieder mal eingeweicht) und bekam dadurch einen Mitleidsrabatt.

0 Sm Wind: SSE 15-25 kn Böen bis 35kn

7.10.
Anlauf zum nächsten Schlag und ausgebremst

Die Wetterbedingungen haben sich nicht viel verbessert. Bevor Lagerkoller aufkommt machen wir eine Testfahrt unter Motor aus der Bucht hinaus.
Wir wollen einfach sehen was geht. Mit dem Wind würde man zurechtkommen – schließlich haben wir eine Genua mit stärkerem Tuch bekommen. Die Welle ist heftig und unangenehm und es regnet stark.
Wir könnten ablaufen nach Vodice. Das wäre zwar weit aber ein schneller Kurs. Nachteil, wir müssten dann von dort später gegenan zurück. Gerade das wollten wir ja mit “Sprungbrett” Vis vermeiden. Wir hätten uns ja
sonst gleich in diese Richtung orientieren können. Wind Regen und Welle veranlassen uns in den Hafen zurückzukehren und das für den nächsten Tag avisierte trockenere Wetter abzuwarten.
So viel Spielraum haben wir dank des relativ schnellen Bootes mit dem man auch recht entspannt 60 Meilen segeln könnte ohne in die Nacht zu geraten.
Nun legen wir eben mal im Stadthafen Vis an und stellen später fest – Spielkarten für Hafentage standen nicht auf der Einkaufsliste.

2 Sm Wind SSE 15-25 Kn Böen bis 35Kn Welle ca. 1,5m -2m

8.10.
Wetterbesserung – Lüge, Marketing, Irrtum oder die Wahrheit?

Barometer, Wetterbericht und die Crew sind sich einig – es muss einfach besser werden.
So legen wir um 10.30 ab und segeln stark gerefft bei einem 6 Bft Wind los. Starigrad auf Hvar ist unser Ziel. Vorbei also am Westzipfel von Korcula . Am Anfang verhöhnt uns der Regengott “Machmichnass” und
schickt uns einen Schauer der sich und vor allem uns gewaschen hat. Doch dann setzt sich wirklich besseres Wetter durch. Im Tagesverlauf sanken die Temperaturen nie unter 20° oft war es so um 23/24° warm.
Der Kurs nach Starigrad bringt uns leicht achterlichen Wind. Wir fahren bewusst nicht optimal sondern etwas höher als den richtigen Kurs um mehr Stabilität gegenüber der See bzw. der Welle zu haben. Und korrigieren
dann später den Kurs zuerst unter Segel und später unter Motor. Schon gegen 14:30 liegen wir sicher an Mooring im Hafen der alten Stadt. Alles ansehen und dann geht es später ins Pinetta in dem man uns hervorragend bewirtet.

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24,5 sm Wind: SSE 12-23 Kn Böen 32kn

9.10.
Von den Inseln zum Festland – “oder wir lagen vor Markaska”

Heute geht es nach Markaska einer Marina die unter den pittoresken Steilhängen des Festlands liegt und in der noch richtig Leben ist während auf den Inseln Ruhe und Beschaulichkeit dominiert.
Anfangs mit Motor aber bald mit leicht gerefftem Groß aber mit voller Genua müssen und wollen wir kreuzen. Das Wetter spielt auch mit so das wir mit moderaten Winden und von der Sonne
verwöhnt zwischen Brac und Hvar unseren Weg suchen. Immerhin können wir ca. 2/3 unter Segel zurücklegen bevor im von Palmen gesäumten Hafen an die Mooring gehen. Diese Mooring wird später noch eine Rolle spielen.

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Es gibt Anlegerdrinks bei bestem Wetter. Wir können Touristen beim flanieren begucken und die Boote fotografieren die mit Handtüchern und Schlechtwetterkleidung bis über die Toppen geflaggt sind um den Regen der letzen Tage ade zu sagen.
Ach ja die Mooring. Als noch ein Schiff neben uns anlegt verursacht der Marinero erst Mooringsalat und dann Chaos indem er dem nächsten Schiff die Mooring doch nicht gibt und uns bittet unsere auf- bzw. abzugeben und eine neue zu angeln.
Soweit so gut. Nachdem wir diesem Wunsch schon nachgekommen sind will er es wieder rückgängig haben. In der Zwischenzeit treiben quasi 2 Schiffe etwas unkontrolliert vor sich hin und müssen in unserem Fall mit Motor an der Achterleine in Zaum gehalten werden.
Nach diesem Chaos entscheide ich die Sache und beharre auf den erfolgten Mooring-Tausch und definiere ihn als Final und sage “sehr freundlich” mit Richtung zum Marinero das wir wohl nicht Bestandteil einer Jokeshow sind oder?
Zugegeben er weiß nicht ober lachen soll – ich aber auch nicht. Nun mit meiner Entscheidung sind am Schluss beide Schiffe wieder sinnvoll fest was den Meister der verknoten Leinen an Land aber nicht davon
abhält die Sorgeleine versehentlich in den Teich zu werfen. Nun gut damit können wir und muss er leben. Nach allen Regeln wird natürlich die Stadt erkundet, Andenken und Postkarten besorgt.

hr201300044Die Markaska-Küste

Es wird fotografiert das die Chiphersteller die Produktion hochfahren und natürlich wird flaniert und hier und da ein kleiner Kaffee oder Cappuccino geschlürft.
Später führt uns noch ein Rundgang zu einem Strandbad dann über eine Anhöhe und im Verlauf zu einem Restaurant.
Dessen blinkende Leuchtreklame hatte mich schon vorher quer über den Hafen hypnotisch angezogen. Das Ergebnis war aber richtig gut.
Wer reservieren will: 00385 21612 010 Konoba “Bura” in Markaska

33,3 Sm Wind: SE 3-4 Böen 5-6 6 Sonnenstunden

N.B.  Die Haut brennt ein wenig und zwar mal nicht von der Salzwasser Gischt!

10.10.
Dagmar scharrt mit den Füßen denn es geht nach Korcula auf Korcula

Bei bestem Wetter und sehr schwachem Wind später aber auf 17kn auffrischend geht es erst mal unter Motor los. Zwischen der Insel Hvar und er Halbinsel Peljesac zieht uns der Motor und die Genua und später das Stützsegel. Bald geht es
um den Westzipfel von Peljesac und wir setzen Vollzeug damit Willi zwischen den Inseln und fast bis an die Stadtmauer von Korcula kreuzen (showsailing) kann. Um 16:30 sind wir festgemacht und machen uns fertig für die ersten Erkundungen
durch diese Stadt die man auch Klein-Dubrovnik nennt. Mir gefällt Korcula besser. Die Stadt vermittelt einen gelasseneren südländischen Eindruck und die vielen Gassen die immer wieder den Rundweg mit dem Zentrum verbinden gewähren
Einblick die mal von touristischer und mal von unveränderter einheimischer Folklore zeugen.hr201300052

Das wir natürlich auch ein gutes Restaurant “Übersetzt zum Petersfisch” gefunden haben ist ja schon fast Standard. Dagmar meldet: Habe schon über 800 Bilder!
Und weil Gudrun Geburtstag hat wird die Bordkasse entlastet denn Gudrun gibt einen aus. Darauf können wir Sie hochleben lassen oder?

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Sm 34,5 Wind: SE 10-16 Kn

11.10.
Wohin denn nun?

Frischer Wind begrüsst uns in Personalunion mit Sonnenschein. Der Plan sieht vor Mljet und dort die Bucht Polace anzulaufen. Baden, Ankern usw. könnte man sich vorstellen. Es geht sehr hart gegenan nachdem wir den Kanal zwischen den kleinen Inseln bei Korcula verlassen haben.
Wir haben einen wichtigen Tag in Vis verloren da nur ein Hafentag als Reserve geplant war. Wir können also auf Mljet nur einen Abend verbringen was sehr schade wäre. Schön wäre dort ein Tag Aufenthalt – es ist dort wirklich paradiesisch.
Gleichzeitig müssen wir die Rückkehr und den Wind im Auge behalten. Dreht der Wind müssen wir am Ende mächtig gegenan. Bleibt der Wind weg müssen mir 80 oder gar 100sm motoren!
Wir entscheiden unter dieser Perspektive auf Mljet zu verzichten und als Kompromiss Lastovo anzulaufen. Der Wind ist nahezu ideal und es geht mit guter Fahrt dahin. Schon um 14:30 Uhr lassen wir die Segel fallen (einrollen)
und laufen gemächlich durch die Einfahrt in die große Bucht. Nach einer kleinen Rundfahrt beschließen wir in einer Aussackung der Bucht auf ca. 10m zum Baden zu ankern. So wird der Nachmittag in smargdenem klaren Wasser,
welches mit ca. 22° auch noch angenehm warm ist, verbracht. Wir erhalten Besuch von 2 Parkrangern im Schlauchboot die uns zur Kasse bitten. Nein nicht wegen falschem Parkens sondern weil die Insel unter Eintrittspflichtigem Naturschutz steht.
Später wollen wir am Hotelpier anlegen dort gibt es ein Restaurant und Duschen. Wir kommen näher und stellen fest – alles geschlossen – selbst die Mooringleinen sind abgeschlagen.
Die Wassertiefe ist recht gering, zu gering um längsseits sicher zu liegen, zumal der Wind sich nochmal ins Zeug legt. Wir erkunden eine weitere Seitenbucht und finden einen Steg (schon besetzt – aber ggf. längsseits ins Päckchen) und einen Polizeisteg.
Letzterer scheint aber schon lange kein Polizeiboot mehr zu beherbergen. Also legen wir dort an und genießen das heulen des Windes und eine Sternklare Nacht auf N42° 45,842 E16° 48,823
Ein Restaurantbesuch ist natürlich nicht möglich. Wo und wie auch. Aber die Bordküche bietet auch kulinarische Genüsse dank einer bekannten italienischen Erfindung.

32 Sm Wind 3-4 Boen bis 40 Kn

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12.10.
Der Tanz um die Boje – oder die Saison neigt sich dem Ende zu

Von Lastovo segeln wir vorbei an der Vela Luka (Korcula) zur Insel Hvar. Wir wollen dort in Hvar anlegen und hoffen noch einen Platz in der Altstadt zu bekommen und nicht nach Palmicana auf den Klementinseln ausweichen zu müssen. Da müssten wir dann das Taxiboot nehmen.
Also nutzen wir den Wind und sind bei gutem Wetter und angenehmen Wind schon bald in Hvar eingetroffen. Der stetige SE hat es geschafft sich selbst hier im Hafen bemerkbar zu machen und gleichzeitig Schwell aufgebaut. Auch hier ist der Stadtkai nicht mehr nutzbar.
Sei es wegen der Welle oder weil die Saison schon vorbei ist. Nun gut gehen wir an eine der Bojen die im Hafen ausgelegt sind. Keine Assistenz wie sonst üblich lässt sich im Hafen blicken. Das spricht für das Ende der Saison. Mehrere Anfahrten auf die Boje sind nötig. Das Schiff ist einfach zu hoch und die Boje hat keinen vernünftigen Griff bzw. kein großes Auge um sich festzumachen. Zwar ist die Tonne bei der ersten Fahrt mit dem Bootshaken greifbar aber Schiffsmasse und Wind lassen ein Festhalten an der Boje nicht zu und man bekommt kein Tau eingefädelt.
Wir müssen die Tonne am Heck aufnehmen und dann versuchen das Schiff zwischen die anderen schon dort liegenden Boote zu manövrieren und dabei die Boje nach vorne verholen. Der Wind ist gegen uns. Mit Motor und Mannschaft muss abgehalten werden. Dabei gerät unser Festmachtau
um den Ruderschaft. Für einen Moment sind wir manövrierunfähig bis wir ein Ersatztau an der Boje haben und das verklemmte abschneiden können. Wir werden es später vom Ruder lösen können. Die Bojen liegen so eng das die Schiffe nicht schwoien dürfen.
Das wird jeweils mit einer Landfeste verhindert. Auch wir bringen eine solche Leine mit dem Schlauchboot aus, welches uns später in Verbindung mit der Leine auch gute Dienste für den Landgang leistet.
Wenn die Schiffe so hoch und die Bojen so niedrig sind werden wir wohl das nächste Mal das ohnehin später benötigte Schlauchboot als Bojenhelfer einsetzen. Zumindest bei Wind!
Auch hier waren wir wieder früh am Nachmittag und konnten nun schon bald die Stadt erkunden und den Abend planen. Wie schon vor Jahren verirrten wir uns wieder in die selbe charmante Konoba “Faria” mit dem umsäumten Garten mitten in einer Altstadtgasse links den Hang hinauf .

Sm 32,2 Wind SSE 5 Boen bis 7

13.10.

Bade- und Motortag

Wie befürchtet bleibt der Wind aus bzw. dreht nach Nordost und er war zu schwach zum segeln. Gut das wir nicht mehr fern vom Rückgabehafen sind. So legten wir um 10:30 ab den Gang ein und unser Kurs führte uns von Hvar hindurch zwischen
Solta und Brac in die Bucht Necujam auf der Nordseite von Solta. Ganz hinten nahe bei einem Wrack machen wir uns klar zum Ankern und lassen das Eisen auf ca. 8m fallen. Die Abenteurer Gudrun, Klaus und Dagmar gehen über den Wasserweg an Land erkunden das Ufer.
Man bringt reiche Beute mit, Muscheln, Schneckenhäuser und sogar Skelettfragmente eines kleinen Säugetiers. Später wird festgestellt die Schneckenhäuser sind bewohnt. Kleine Krebse beginnen später mit den Häusern zu wandern. Grund diese wieder dem Meer anzuvertrauen.
Alle schwimmen eine Runde im herrlichen Wasser und später machen Klaus, Dagmar, Raimond und Gudrun noch eine Rundfahrt im Gummiboot. Ich glaube erst der Hunger treibt uns zurück zum Boot und wir wollen ja auch noch nach Milna.

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In Milna legen wir, genauer Klaus, römisch-katholisch aber mit Mooring statt Buganker, direkt auf dem VIP-Platz vor Restaurant, Büro, Duschen und Lebensmittelkiosk an. Milna der Hafen der kurzen Wege. Die beschauliche Stadt lädt zum Bummeln ein und später
finden wir ein gutes Restaurant welches aber leider den Unterschied zwischen medium und englisch nicht so ganz kennt. Tipp: Das T-bone Steak in der Konoba Delphi ist der Hammer. Aber bitte gleich wenn es auf den Tisch kommt komplett anschneiden und an den dickeren Stellen prüfen ob es wirklich Medium ist.

27sm Schwache drehende Winde SE > NW

14.10.
Last Day on the Beach

Klaus der gestern angelegt hat will ein wenig Hafenkino liefern und ein paar Trainingsfahrten realisieren. Während Klaus das Boot rückwärts durch die Marina tänzeln lässt und die Crew das übliche Fenderballett aufführt verweist uns der Marinero
energisch aus seinem Territorium. Zu gefährlich zwischen den eingewinterten Schiffen zu trainieren. Kein Problem wir haben längst einen anderen Platz im Visier und dann wollen wir ja auch noch tanken. Es gibt also weitere Anlegerfahrten.
Nach dem Tanken bei dem wir uns mit einem Monsterfischerkahn um die Plätze an der Pier bewerben müssen tuckern wir gemütlich in Richtung Trogir. Wir nehmen den Weg zwischen den kleinen Inseln und Felsen und passieren die engste und untiefste Stelle.
Die Landschaft und das Ufer sowie das klare Meer laden zum Baden ein. Also nächster Ankerplatz vor der Heimreise. Wir genießen den frühen Nachmittag und es wird gebadet und das zerklüftete Ufer erkundet. Willi verletzt sich leicht (leichte Schnittwunden ) als er am schroffen Ufer erst den Schuh und dann den Halt verliert.

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Später dann Anker auf und hinein in die Bucht von Trogir. Kurze Rundfahrt und dann letzter Festmacher im Heimathafen des Bootes der Bavaria 46 Jost van Dyke.
Nun wird die Rückgabe des Bootes organisiert und ein Anlegerdrink im Clubrestaurant schließt quasi die Seefahrt ab. Wir laufen die 15 Minuten in die Stadt und bummeln durch die Seitengassen der Medina um dann in eine Konoba mit “Marijana” gelockt zu werden.
Wir lassen uns gerne locken und bereuen es nicht. Wir genießen Wein und Knoblauchbrot und Speisen vom Holzkohlegrill. Diese werden wenige Meter entfernt auf dem Holzkohlengrill zubereitet.

 21sm schwache Brise

15.10.
Über den Wolken – Bei Sauwetter abgehoben bei Sauwetter eingeflogen
Geistesgegenwärtig wurde am Vortag noch etwas Brot gekauft und das Frühstück somit gerettet. Wir können alles recht entspannt angehen. Die Schiffsübergabe um 9.30 birgt auch keine unvorhergesehen Überraschungen. Wir erhalten unsere Kaution zurück und ziehen aus.

Franz und Heide gehen die Heimreise via WoMo an und wir werden später den Flieger nehmen. Der hat allerdings 2h Verspätung und liefert uns am Mittwoch Abend in Stuttgart rechtzeitig zum Feierabendstau ab. Good Old Germany hat uns wieder.
Nur am Rande sei bemerkt. Wir hatten Deutschland bei heftigen Regen und 14° verlassen und genau so fanden wir es wieder vor.

Summe: 251 sm davon 126sm unter Segel